313. Wenn der Ewige sich über dich freut
„Und es wird geschehen: Wie der Ewige sich über euch freute, euch Gutes zu tun …, so wird Er sich über euch freuen, euch zugrunde zu richten.“1
Von Freude kann gesprochen werden, wenn ein Mensch das Ziel erreicht hat oder sieht, dass er sich dem Ziel nähert.
Für die Allgemeinheit gilt: Da die Welt grundsätzlich auf Belohnung als Gegenleistung in dieser und in der Kommenden Welt aufgebaut ist, kann von einer Aufhebung der praktischen Ausübung der Mizwot keine Rede sein. Vielmehr tut der Mensch manchmal mehr und manchmal weniger. Dadurch, dass er einmal weniger und ein anderes Mal mehr tut, wird er nicht zum Frevler, denn sein Glaube ist beständig. Und für die Handlungen, die er jetzt nicht in gleichem Maß ausführen kann, hat er Rechtfertigungen, die belegen, dass er im Recht ist.
Beim Einzelnen hingegen ist es anders: Obwohl er die Handlungen ausführt, ist bei der individuellen Arbeit dennoch die Absicht das Wesentliche – nämlich auf das Geben ausgerichtet zu sein, ohne irgendeine Gegenleistung –, und dem stimmt der Körper nicht zu. Dies führt bei ihm zu einem fremden Gedanken. Dann sieht er, dass er ein Frevler ist, obwohl er hinsichtlich der Handlungen wie gewohnt tätig ist. Für seine Absicht aber kann er sich nicht rechtfertigen; daher muss er sich selbst als Frevler bezeichnen.
Es ist zu fragen: Warum ist das tatsächlich so? Weshalb kommt ihm ein fremder Gedanke? Der Grund ist, dass der Heilige, gelobt sei Er, möchte, dass der Mensch auf dem Weg der Wahrheit geht. Damit er nicht im Zustand von lo liShma verbleibt, lässt man ihn Tora und Mizwot nicht in lo liShma ausüben und schickt ihm einen fremden Gedanken. Wenn er sich mit Tora und Mizwot befassen will, bleibt ihm dadurch keine andere Wahl als liShma.
Daraus folgt: „Wie der Ewige sich freute, Gutes zu tun“ – das heißt, während der Mensch sich mit Tora und Mizwot befasst –, „so wird Er sich über euch freuen, euch zugrunde zu richten“: Er lässt den Menschen nicht in seinem gegenwärtigen Zustand verbleiben und Tora und Mizwot wie die Allgemeinheit ausüben. Warum? Weil er dadurch gezwungen sein wird, zu liShma zu gelangen. Denn andernfalls kann die Allgemeinheit Tora und Mizwot ausüben, während er es nicht kann. Somit ist er noch schlechter als die Allgemeinheit.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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5. Mose 28:63. ↩