<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek

308. Du hast uns erwählt – 2

Zur Aussage „Du hast uns erwählt“ stellt sich eine Frage: Unsere Weisen sagten, dass der Schöpfer zu allen Völkern der Welt ging, sie die Tora jedoch nicht annehmen wollten. Nur das Volk Israel sagte: „Wir werden tun und wir werden hören.“ Was bedeutet es also, dass wir sagen: „Du hast uns erwählt“?

Im Sinne der spirituellen Arbeit lässt sich dies so erklären: Bekanntlich ist der Mensch eine kleine Welt. Daher umfasst er selbst die Söhne von Seir und die Söhne von Paran. Doch der Schöpfer erwählte nur jene Eigenschaften im Menschen, die sagen: „Wir werden tun und wir werden hören“, um ihnen die Tora zu geben. Den übrigen Verlangen im Menschen wurde die Tora dagegen nicht gegeben.

Das ist auch der Sinn des Verbots, Götzendienern die Tora zu lehren. Gemeint ist die Eigenschaft der Völker der Welt im Menschen selbst; sie darf die Tora nicht lernen.

Mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) erklärte, dass überall, wo unsere Weisen „verboten“ sagten, „unmöglich“ gemeint ist. Denn „die Tora hat nur bei dem Bestand, der sich für sie zu Tode bringt“. Das heißt: Er annulliert sein Selbst und will sich vor dem Schöpfer annullieren. Dann gibt ihm der Schöpfer die Tora zum Geschenk.

Daher muss der Mensch wissen, dass der Schöpfer nur die Eigenschaft Israel im Menschen erwählt hat. Nur zu dieser Eigenschaft wurde gesagt: „Du hast uns geliebt und an uns Gefallen gefunden.“ Wenn der Mensch also sagt: „Du hast uns erwählt“, muss er die Eigenschaft Israel in sich ehren und wertschätzen und die übrigen Verlangen der Völker der Welt, die in ihm enthalten sind, annullieren.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026