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324. Die Vorbereitungszeit

Sonntag, Wochenabschnitt Ekew 5716 [1955/56], Jerusalem [22. Juli 1956]

Während der Vorbereitungszeit wird dem Menschen ermöglicht, sich in allen Angelegenheiten tauglich zu machen, also sowohl auf der rechten als auch auf der Linken Linie. Das heißt, er verfügt über Wege, auf denen er das Ziel erreichen kann, und über Wege, auf denen er das Ziel bereits erreicht hat.

Das Ziel der Vollkommenheit besteht darin, dass der Mensch alle Genüsse des Königs empfängt, denn so war es der Wille des Königs. Das heißt, alles, was er in dieser Welt genießt, geschieht aufgrund der Mizwa des Königs. Dies wird „Empfangen, um zu geben“ genannt.

Der Stoff für die Arbeit, durch die man sich daran gewöhnt, sind die Tora und die Mizwot, der Genuss des Schabbat und Ähnliches. Ebenso erfolgen alle Segenssprüche über Genüsse gerade auf diese Weise, nämlich als Empfangen, um zu geben.

Hierin gibt es viele Unterscheidungen: Manche Menschen vermehren ihre Genüsse, damit sie segnen und dem Schöpfer dafür danken können, dass Er uns die Genüsse gegeben hat; denn vonseiten des Gebenden ist es gewiss Gutes und Gnade. Wenn jedoch dem Empfangenden aus den Genüssen, die er empfängt, kein Gutes erwächst … Dennoch kann man nicht sagen: Er gibt ihm Geld, und dieser kauft von dem Geld, das er ihm gab, keine Dinge, die ihm schaden, sodass für das Geschenk kein Dank gebührt; denn die Absicht des Gebenden bestand gewiss darin, ihm Gutes zu tun.

Daher gleicht dies einem Menschen, dessen Vater gestorben ist und ihm ein Erbe hinterlassen hat. Über den Tod sagt er: „Der wahre Richter“, und über das Erbe sagt er: „Der Gute, der Gutes tut.“

Ebenso muss man, wenn der Untere materiell wird, „Der wahre Richter“ sagen. Denn bevor der Mensch Umkehr (Teshuwa) vollzogen hat, wird er durch das Empfangen von Genüssen vom Leben der Leben getrennt. Daher sagt man über den Tod: „Der wahre Richter.“ Über den Geber des Geschenks hingegen, das heißt über die Genüsse, die der Schöpfer ihm gegeben hat, muss er sagen: „Der Gute, der Gutes tut.“

Da jedoch am Schabbat das Aussondern (Klären) verboten ist, besteht die Arbeit am Schabbat nicht in der Reinigung des Körpers. Vielmehr richtet sich die Arbeit hauptsächlich auf „den Guten, der Gutes tut“. Und „der Gute, der Gutes tut“ wird nach der Größe des Erbes bemessen, das heißt nach der Größe des Genusses.

Anders ist es an den Wochentagen, wenn die Zeit der Klärungsarbeit ist: Dann muss man daran denken, „Der wahre Richter“ zu sagen. Deshalb gibt es viele Menschen, die das Erbe ihres Vaters nicht ersehnen, weil es ihnen schwerfällt, den Tod des Körpers zu ertragen. Daher wählen sie das kleinere Übel und genießen diese Welt nur im Maß des Notwendigen. Und das Notwendige wird weder getadelt noch gelobt.

Doch nach dem Weg meines Vaters und Lehrers, seligen Angedenkens, bringt die Verringerung der körperlichen Genüsse noch keinerlei Ertrag hervor, denn „reicher Ertrag kommt durch die Kraft des Ochsen“. Das heißt, gerade dadurch, dass der Mensch darüber leidet, dass er vom Schöpfer getrennt ist, und anhaften will – gerade dieser Weg führt zur gewünschten Vollkommenheit.

Denn letzten Endes sind Lobpreis und Dank, die man dem König darbringt, die Hauptsache, nicht das Weinen; denn es steht geschrieben: „Stärke und Freude sind an Seinem Ort.“ Das heißt, wer auf dem Weg der Wahrheit arbeitet und am Ort des Schöpfers steht, empfindet nur Stärke und Freude.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026