272. Wer die Ausrichtung auf den Schöpfer mit etwas anderem verbindet
„Wer den Namen des Himmels mit etwas anderem verbindet, wird aus der Welt entwurzelt, wie es heißt: ‚außer dem Ewigen allein‘.“1
Wir müssen verstehen, was es bedeutet, dass jemand etwas anderes damit verbindet. Warum wird er aus der Welt entwurzelt? Schließlich betreibt er damit Götzendienst: Er dient dem Schöpfer und zugleich etwas anderem. Dann müsste für ihn dasselbe Urteil gelten wie für einen Götzendiener. Warum heißt es aber ausgerechnet, dass er „aus der Welt entwurzelt“ wird?
Im Sinne der ethischen Lehre ist zu erklären: Die Worte „außer dem Ewigen allein“ bedeuten nicht, dass er zugleich Götzendienst betreibt. Gemeint ist vielmehr: Der Mensch muss Tora und Mizwot aus Ehrfurcht (Jira) vor dem Himmel erfüllen und nicht zu seinem eigenen Vergnügen. Wenn er dem Schöpfer dient und zugleich aus seiner Arbeit Genuss ziehen, also auch sich selbst erfreuen will, dann heißt das, dass er den Namen des Himmels mit etwas anderem verbindet – nämlich auch mit sich selbst.
Über ihn sagten unsere Weisen, dass er aus der Welt entwurzelt wird. Denn der Mensch wurde in der Welt mit dem Ziel erschaffen, Ehrfurcht vor dem Himmel zu erlangen. So sagten unsere Weisen: „Die ganze Welt wurde nur um dieses Menschen willen erschaffen, um ihm Gesellschaft zu leisten.“2 Wer also sein eigenes Vergnügen damit verbindet, wird aus der Welt entwurzelt, weil seine Absicht nicht ausschließlich um des Himmels willen ist. Daher steht geschrieben: „außer dem Ewigen allein“ – und nicht auch zu seinem eigenen Vergnügen.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026