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257. Götzendienst

26. Schwat 5722 [31. Januar 1962]

Rava bar Rav Jizchak sagte zu Rav Yehuda: „In unserem Ort gibt es Götzendienst. Wenn die Welt Regen braucht, erscheint er ihnen im Traum und sagt ihnen: ‚Schlachtet mir einen Menschen, und ich werde Regen bringen.‘ Sie schlachten ihm einen Menschen, und der Regen kommt.“1

Er sagte zu ihm: „Wenn ich jetzt gestorben wäre, hätte ich euch nicht das überliefert, was Rav sagte: Was bedeutet der Vers ‚die der Ewige, dein Gott, allen Völkern zugeteilt hat‘?2 Das lehrt, dass Er ihnen mit Worten den Weg ebnete, um sie aus der Welt zu vertreiben.“

Das entspricht den Worten von Reish Lakish: „Was bedeutet der Vers ‚Wenn es um Spötter geht, spottet Er; den Demütigen aber gibt Er Anmut‘?3 Wer kommt, um sich zu verunreinigen, dem öffnet man; wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“

Um das oben Gesagte im Sinne der ethischen Lehre zu verstehen, ist zu erklären: Ein Götzendiener ist jemand, der nicht für den Schöpfer arbeitet, sondern für sich selbst. Das heißt, er betreibt Götzendienst.

Dieser Götzendienst – der Gedanke, dass es sich nur für den eigenen Nutzen lohnt zu arbeiten – ist „in unserem Ort“ vorhanden. Deshalb heißt es: „In unserem Ort gibt es Götzendienst. Wenn die Welt Regen braucht“ – wenn also die Menschen das Bedürfnis haben, ihr Leben zu genießen, beschäftigen sie sich mit Tora und Mizwot. Das führt dazu, dass sie auf viele Genüsse verzichten.

„Er erscheint ihnen im Traum“ bedeutet: Dieser Geist, der Verlangen zu empfangen für sich selbst heißt, erscheint ihnen, während sie träumen – während eines Abstiegs, wenn ihnen von ihrer Spiritualität nur eine geringe Lebenskraft (Chajut) bleibt, wie geschrieben steht: „Wir waren wie Träumende.“4 Dann hat dieser Geist, der Götzendienst ist, Kraft und sagt ihnen: „Schlachtet mir einen Menschen, und ich werde Regen bringen.“

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Talmud, Traktat Awoda Sara 55a. ↩

  2. 5. Mose 4:19. ↩

  3. Sprüche 3:34. ↩

  4. Psalm 126:1. ↩