240. Unterscheidungen in den Zuständen
Als „Knecht“ wird die Kraft des Gebens bezeichnet, als „Magd“ die Kraft des Empfangens. Als Siwug (Paarung) wird die Verbindung der Kraft des Empfangens mit der Kraft des Gebens bezeichnet, sodass der Mensch empfängt, um zu geben. Als „Nachkommenschaft“ wird bezeichnet, dass man dadurch der Stufe einer Seele (Neshama) würdig wird, die ein göttlicher Teil von oben ist; das bedeutet, dass der Mensch dies empfindet.
Der Schöpfer bewirkt den Siwug. Das bedeutet: Der Schöpfer hilft dabei, dass sich die Kraft des Empfangens der Kraft des Gebens unterordnet, und gibt dem Menschen die Fähigkeit, zu empfangen, um zu geben.
Wenn der Mensch den Siwug selbst bewirkt, liegt es in seiner Hand und geschieht ohne die Hilfe des Schöpfers. Aus diesem Siwug geht keine Nachkommenschaft hervor, weil sich die beiden Kräfte nicht verbinden können. Daher wird die eine lahm und die andere blind, wie Rava sagte: „Ich bitte euch, erbt nicht zweimal die Hölle.“1
„Wenn Mann und Frau würdig werden, weilt die Shechina (göttliche Gegenwart) zwischen ihnen.“2 Man muss fragen: Sie sind doch einander entgegengesetzt. Wie kann zwischen ihnen Frieden herrschen?
Gerade wenn der Mensch würdig wird, also das Empfangen in Geben verwandelt – was „Empfangen, um zu geben“ heißt –, herrscht zwischen ihnen Frieden. Andernfalls befinden sie sich im Streit, oder einer ordnet sich dem anderen unter. Unterordnung wird nicht als vollkommene Liebe bezeichnet, denn wer sich unterordnet, wartet immer darauf, die Macht zu herrschen zurückzuerhalten.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026