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233. Zum Thema des Saugens

Es sind zwei Aspekte zu unterscheiden: Beim Saugen kann der Säugling nicht ohne die Zustimmung der Mutter saugen. Das bedeutet, dass die stillende Person zustimmen muss, das Potenzielle zur Verwirklichung zu bringen. Bei gewöhnlicher Nahrung dagegen ist diese bereits fertig vorhanden, und der Säugling muss sie nur erlangen. Beim Saugen hingegen muss der Untere seine Nahrung selbst zur Verwirklichung bringen.

Wenn der Obere dem Unteren beim Saugen helfen muss, gilt dies bereits als Mangel des Unteren. Vielmehr muss der Untere seine Nahrung selbst zur Verwirklichung bringen; allerdings braucht er unbedingt die Zustimmung des Oberen. Andernfalls – also gegen dessen Willen – ist Saugen nicht möglich.

Bei gewöhnlicher Nahrung, die bereits tatsächlich vorhanden ist, kann der Säugling sie dagegen ohne Wissen des Gebenden und sogar ohne die Zustimmung des Oberen empfangen. Beim Saugen hingegen ist es unmöglich, ohne Wissen des Gebenden zu saugen; vielmehr findet das gesamte Saugen gemeinsam mit dem Gebenden statt. Wenn die Nahrung ohne die Gegenwart des Gebenden bei ihm ist, gilt sie bereits nicht mehr als Nahrung.

Beim Saugen sind folgende Punkte zu unterscheiden:

1) Die Fülle kommt immer gemeinsam mit dem Gebenden. Ist der Gebende beim Empfang der Fülle nicht anwesend, gilt dies nicht als Saugen, denn ein Kind kann nicht ohne die Mutter saugen. Andere Nahrung dagegen kann es empfangen, selbst wenn deren Besitzer nicht bei der Nahrung steht.

2) Obwohl die Nahrung in der Muttermilch vorhanden ist, wird sie erst gemeinsam mit dem Empfang der Fülle verwirklicht. Wenn also die Milch aus der Mutter austritt, ohne dass der Säugling sie empfängt, heißt dies bereits nicht mehr Saugen. Saugen liegt vielmehr gerade dann vor, wenn die Milch gemeinsam mit dem Saugen des Kindes nach außen tritt.

3) Die Fülle fließt nicht in einem ununterbrochenen Strom, sondern tropfenweise, also mit Unterbrechungen. Jedes Mal, wenn der Säugling saugen will, muss er sie erneut heranziehen, denn die Milch tritt aus der Mutter nicht in einem ununterbrochenen Strom aus, sondern tropfenweise. Die Milch wird also herangezogen, wenn beim Kind ein Verlangen besteht; doch sie hört sofort wieder auf zu fließen, und das Kind muss jedes Mal von Neuem beginnen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026