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236. Die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit

Das Höhere Licht breitet sich aus, kleidet sich in die gesamte Wirklichkeit und wird als das bezeichnet, was die Wirklichkeit belebt. Es offenbart sich in allen Arten von Einkleidungen, die es in der Welt gibt, also in allen materiellen Dingen, die wir mit unseren Augen sehen. Alles ist das Licht des Schöpfers: sowohl in den Einkleidungen der Tora, also in den Buchstaben der Tora, als auch in den Buchstaben des Gebets und in belanglosen Dingen. Der ganze Unterschied besteht nur bei den Empfangenden, also bei denen, die es empfinden.

Es gibt Menschen, die empfinden, dass das Licht des Schöpfers nur in Tora und Gebet gekleidet ist. Andere empfinden das Licht des Schöpfers auch in den Buchstabenverbindungen belangloser Dinge. Und es gibt Menschen, die nicht einmal in den Buchstabenverbindungen von Tora und Gebet empfinden, dass dies das Licht des Schöpfers ist, das die gesamte Wirklichkeit erfüllt.

Doch da der Zimzum (Einschränkung), das Geheimnis der Verhüllung, vollzogen wurde, empfinden sie nicht, dass alles das Licht des Schöpfers ist, das sich ausbreitet.

Gemeint ist das Maß, dessen Erlangung den Geschöpfen gewährt wurde und das als Licht bezeichnet wird, das sich in die Empfindung der Geschöpfe ausbreitet. Was jedoch außerhalb dessen liegt, was der Schöpfer die Unteren erlangen lassen wollte, heißt gewiss: „Kein Gedanke kann Ihn überhaupt erfassen.“1

Der Mensch muss jedoch an den Zimzum glauben, also daran, dass er nur eine Verhüllung ist, die der Korrektur des Menschen dient. In Wahrheit aber gilt: „Die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit.“2 Es gibt in der Welt keine Wirklichkeit außer der Göttlichkeit; die gesamte Verhüllung besteht nur in der Empfindung des Menschen.

Bevor der Mensch fähig ist, die Wahrheit zu erlangen, muss er glauben, dass die Wahrheit nicht dem Maß seines Wissens und seiner Empfindung entspricht, sondern dem Vers: „Sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht.“3 Dies geschieht nur um der Korrektur willen, damit der Mensch seine Vollkommenheit erreicht, denn er empfindet nur sich selbst und keine andere Wirklichkeit.

Wenn der Mensch daher sein Herz darauf richtet, sich darum zu bemühen, im Glauben über der Vernunft zu gehen, macht ihn dies geeignet und korrigiert ihn, sodass er zur Offenbarung des Angesichts gelangt. So steht im heiligen Sohar, dass die heilige Shechina (göttliche Gegenwart) zu Rabbi Shimon bar Jochai sagte: „Es gibt keinen Ort, an dem man sich vor dir verbergen könnte.“4 Das bedeutet: Bei allen Arten von Verhüllung, die er empfand, glaubte er, dass hier das Licht des Schöpfers ist. Dies machte ihn geeignet, bis er zur Offenbarung des Angesichts Seines Lichtes gelangte.

Das ist die Bedeutung der Größe des Glaubens: Er führt den Menschen aus allen Arten von Niedrigkeit und Verhüllung heraus, wenn der Mensch sich in ihm stärkt und den Schöpfer bittet, Sich zu offenbaren.

Das ist die Bedeutung dessen, was mein Vater und Lehrer sagte: „Flieh, mein Geliebter, bis es Dir gefällt.“5 Bevor der Mensch für die Offenbarung Seines Lichtes geeignet ist, bittet man Ihn: „Flieh, mein Geliebter“, das heißt, Er möge Sich den Geschöpfen nicht offenbaren. Der oben genannte Grund ist, dass die Verhüllung nur der Korrektur der Schöpfung dient.

Daher muss der Mensch sich stärken und um diese beiden Dinge beten:

1) Dass er für die Offenbarung des Lichtes des Schöpfers geeignet wird.

2) Dass der Schöpfer ihm die Kraft gibt, sich im Glauben über dem Verstand zu stärken. Dadurch erlangt er Gefäße, die für die Offenbarung des Angesichts geeignet sind, im Sinne des Verses: „Der Ewige lasse Sein Angesicht über dir leuchten und gebe dir Frieden“6, und im Sinne der Schrift: „Ich will hören, was Gott spricht; denn Er verkündet Frieden Seinem Volk und Seinen Frommen. Sie sollen nicht zur Torheit zurückkehren.“7

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Tikkunei Sohar, Einleitung 17a (Patach Eliyahu). ↩

  2. Jesaja 6:3. ↩

  3. Psalm 115:5–6. ↩

  4. Sohar. ↩

  5. Hohelied 8:14. ↩

  6. 4. Mose 6:25–26. ↩

  7. Psalm 85:9. ↩