225. Namen gelten nur in Bezug auf den Unteren
Namen weisen auf die Offenbarung der Handlungen des Schöpfers hin; der Name bezeichnet die jeweilige Handlung. Alle Handlungen offenbaren sich den Unteren, das heißt gerade dem erlangenden Menschen. Das Erlangte an sich hat jedoch gewiss nicht dieselbe Form, in der es dem Erlangenden erscheint. Denn hier verschmelzen zwei Dinge miteinander, wodurch eine dritte Form hinzukommt – eine Form, die aus zwei Kräften geboren wird: aus der männlichen und der weiblichen Eigenschaft.
Mit anderen Worten: Wenn die Füllung aus dem Mangel hervorgeht, entsteht eine neue Erscheinung. Man muss also unterscheiden, welche Form der Träger des Mangels hat, bevor er die Füllung empfängt, und welche Form er hat, nachdem er sie empfangen hat.
Auch an der Füllung selbst sind zwei Unterscheidungen vorzunehmen: Welche Form hat sie, bevor sie mit dem Mangel in Berührung kommt, also wenn sie für sich allein besteht? Dies heißt eine einfache Kraft, die nicht mit einem Kli [Gefäß] verbunden ist. Außerdem muss man ihre Form unterscheiden, nachdem sie sich mit dem Kli verbunden hat. Da die Wurzel der Schöpfung nur aus Gefäßen besteht, die einen Mangel darstellen, haben wir keinerlei Erlangung eines Lichts ohne Kli.
Wenn wir daher sagen, dass der Schöpfer „mächtig“ genannt wird, gilt dies nur, wenn sich uns die Eigenschaft von Gwura (Strenge) offenbart. Man kann Ihn jedoch nicht mit einem Namen bezeichnen, solange uns dieser Name nicht erlangbar ist – also solange die Füllung durch Gwura fehlt, bevor die Fülle in sie gelangt. Dann sagt man nicht, dass der Schöpfer „mächtig“ genannt wird.
Andernfalls würde man behaupten, der Schöpfer besitze die Eigenschaft von Gwura, obwohl sich uns diese Eigenschaft nicht offenbart. Damit schreibt man einem Licht ohne Kli Formen zu. Das ist falsch, denn ein Licht ohne Kli hat keinerlei Form. Daher wollte man nicht „der mächtige Gott“ sagen, wenn sich diese Eigenschaft den Unteren nicht offenbarte.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026