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203. Die Tora wird durch Leiden erworben

Wozu dienen diese Leiden? Es gilt die Regel: „Es gibt kein Licht ohne ein Kli (Gefäß).“ Das heißt, es gibt keinen Genuss, ohne dass zuvor ein Mangel an diesem Genuss besteht. Dieser Mangel wird „Leiden“ genannt: Man leidet darunter, dass man keinen Genuss hat. Daher kann man das Licht der Tora nicht erlangen, wenn kein Mangel am Licht der Tora besteht. Wenn man also darunter leidet, dass man das Licht der Tora nicht hat, erwirbt man durch diese Leiden das Licht der Tora.

Wenn ein Mensch lernt, muss er daher aus seiner Tora eine Form des Gebets machen. Das heißt, er muss den Mangel daran empfinden, dass er die Tora nicht versteht. Wenn er sie aber versteht, kann man nicht sagen, dass ihm etwas fehlt. Zwar kann er über dem Verstand glauben, dass er sie nicht versteht. Doch über dem Verstand empfindet man keinen Mangel, denn der Mensch empfindet nur das, was in seinen Verstand gelangt.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026