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194. Warum David bestraft wurde

Rava lehrte: „Warum wurde David bestraft? Weil er die Worte der Tora Lieder nannte, wie es heißt: ‚Deine Satzungen wurden mir zu Liedern im Haus meiner Fremdlingschaft.‘1 Der Schöpfer sagte zu ihm: ‚Die Worte der Tora, über die geschrieben steht: ›Kaum richtest du deine Augen darauf, ist es fort‹2, nennst du Lieder? Ich werde dich über etwas stolpern lassen, das sogar die Schulkinder wissen. Denn es steht geschrieben: ›Den Söhnen Kehats aber gab er nichts, denn sie hatten den Dienst am Heiligtum‹3; David aber brachte ihn auf einem Wagen.‘“

Rashi erklärte4: „‚Im Haus meiner Fremdlingschaft‘ bedeutet: Als ich vor meinen Feinden floh und mich vor ihnen fürchtete, erfreute ich mich an Deinen Satzungen, und sie wurden mir zu Liedern, an denen ich mich erfreute. Das Wort ‚richtest‘ bedeutet hier ‚faltest‘: Wenn du deine Augen schließt und unachtsam davon absiehst, sie zu betrachten, ist es sofort fort.“

Maharsha erklärt: „Lieder“ – denn ein Lied ist nur vorübergehend im Mund des Menschen. Die Worte der Tora dagegen sollen ihm immer im Mund bleiben, damit er sie nicht vergisst.5

Man kann erklären: Die Worte der Tora bezeichnen Malchut, die „Sprechen“ genannt wird und den Glauben verkörpert. Der Glaube muss beständig sein, denn über ihn kann man sagen: „Kaum richtest du deine Augen darauf, ist er fort.“ In einem einzigen Augenblick weicht ihm sofort alles. Die Tora dagegen wird nicht in einem Augenblick vergessen.

David gebrauchte die Satzungen auf der Flucht, also zu einer Zeit, als er Angst hatte; damals gebrauchte er den Glauben. Der Schöpfer sagte ihm jedoch, dass dies etwas Beständiges ist.

„Ich werde dich stolpern lassen.“ Denn „ein Mensch erfasst die Worte der Tora erst, nachdem er über sie gestolpert ist“.6 „Den Dienst am Heiligtum sollen sie auf der Schulter tragen.“7 Das bedeutet, das Joch auf sich zu nehmen, das man auf den Schultern trägt; David aber legte ihn auf einen Wagen.

„Wagen“ (Agala) ist mit „rund“ (Agol) verwandt. Ein Kreis hat weder oben noch unten; gemeint ist ein Erwachen von oben. Geradlinigkeit dagegen hat oben und unten und hängt von der Arbeit des Menschen ab. Dies heißt Erwachen von unten. „Schulter“ bedeutet, das Joch auf sich zu nehmen, also Erwachen von unten.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Psalmen 119:54. ↩

  2. Sprüche 23:5. ↩

  3. 4. Mose 7:9. ↩

  4. Rashi zu Talmud, Traktat Sota 35a. ↩

  5. Talmud, Traktat Sota 35a; Maharsha-Kommentar zur Stelle. ↩

  6. Talmud, Traktat Gittin 43a. ↩

  7. Vgl. 4. Mose 7:9. ↩