170. Über den Glauben innerhalb des Verstandes
Der Glaube innerhalb des Verstandes wird als „böse Peitsche, mit der die Bösen geschlagen werden“ bezeichnet. Der Grund dafür ist, dass sie durch ihn im Exil versklavt sind; andernfalls würden sie sofort in die Freiheit gelangen.
So war es auch bei Israel, das 210 Jahre in Ägypten war. Oder wie geschrieben steht: „Und sie werden sie vierhundert Jahre lang quälen.“1 Was sie bauten, wurde nämlich sofort von der Erde verschlungen: „Und sie verbitterten ihnen das Leben durch harte Arbeit“2, bis „die Kinder Israels wegen der Arbeit seufzten“3 und schließlich erlöst wurden.
Doch man muss fragen: Warum seufzten und litten sie während dieser ganzen Zeit nicht unter der Arbeit? Der Grund ist: Wenn der Mensch den Glauben über dem Verstand annimmt, will sein Körper keinen Brennstoff mehr für die Arbeit liefern, denn wo kein Verlangen zu empfangen ist, gibt es keinen Körper.
Es gilt die Regel, dass der Körper nicht arbeiten kann, ohne etwas für sich selbst zu empfangen. Zehn Prozent, fünf Prozent – aber gar nichts für sich selbst zu empfangen, ist unmöglich. Darauf gibt es jedoch eine Antwort: Wer die Liebe zum Schöpfer vermehrt, erhält seinen Brennstoff aus der Liebe zum Schöpfer. Und der Liebe zum Schöpfer wird man gerade durch den Hass auf den Körper würdig.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026