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151. Über das Verlangen zu geben – 1

Die Frage lautet: Wenn es heißt, Sein Wille besteht darin, den Geschöpfen Gutes zu tun, und wenn die Geschöpfe Seine Güte empfangen, dann erfüllt sich Sein Wille. Das bedeutet, dass Er Freude daran hat, zu geben. Doch wir haben den Grundsatz, dass der Schöpfer nur gibt und nicht empfängt. Somit gehen zwei Deutungen Hand in Hand.

Tatsächlich muss man sich dieselbe Frage auch beim Menschen stellen: Wie kann der Mensch, dessen Natur im Empfangen besteht, die Fähigkeit erlangen, das Gefäß des Empfangens (Kli) in ein Gefäß des Gebens zu verwandeln? Denn selbst wenn er gibt, müssen wir sagen, dass er Freude daran hat; sonst würde er nicht geben. Ohne Gegenleistung können wir nämlich nicht verstehen, dass etwas getan wird.

Denn wer ein wenig Verstand hat, ist bereits nicht mehr fähig, irgendeine Handlung auszuführen, wenn ihm daraus keine Gegenleistung erwächst. Doch „wenn der Schöpfer ihm nicht helfen würde, könnte er es nicht überwinden“.1 Dies ist eine wundersame Handlung über dem Verstand, die nur als Geschenk vom Schöpfer gegeben wird. Was den Schöpfer betrifft, können wir nicht verstehen, dass Geben ohne Empfangen überhaupt möglich ist. Das übersteigt unseren Verstand, weil unsere Wurzel im Empfangen liegt.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Babylonischer Talmud, Traktat Kiddushin 30b. ↩