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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 137. Der Mangel ist das Kli [Gefäß]

137. Der Mangel ist das Kli [Gefäß]

Das Wesentliche ist der Mangel. Er wird Kli (Gefäß) für den Empfang der Füllung genannt, und die Größe der Füllung bemisst sich nach dem Maß des Mangels.

Daraus folgt: Wenn dieselbe Füllung vorhanden ist – nicht weniger und nicht mehr –, genießt der eine sie dennoch, jubelt und freut sich, und es gibt keine Worte, um seine Freude auszudrücken. Der andere hingegen empfindet, dass er keinerlei Genuss und keine Lebenskraft (Chajut) hat, um seine Seele zu beleben. Manchmal empfindet er, als wäre ihm das ganze Leben zuwider, weil er in seinem Leben kein Ziel spürt.

Ein Beispiel: Ein gesunder Mensch ist körperlich unversehrt; alle seine Organe sind gesund und unversehrt. Er sehnt sich danach, Genuss und Freude zu empfangen, damit er etwas hat, womit er seine Seele durch irgendeinen Genuss beleben kann, doch es gelingt ihm nicht.

Ihm gegenüber steht ein anderer Mensch, der an einer Krankheit leidet. Die Ärzte haben festgestellt, dass er operiert werden muss, wissen aber nicht, ob die Operation gelingen wird; sein ganzes Leben ist in Gefahr. Mehrere Fachärzte waren bei ihm, doch keiner von ihnen kann ihm zusichern, dass er weiterleben kann.

Dann kam ein Weiser und gab ihm ein Heilmittel, und dieses Heilmittel half ihm. Als er danach seine Krankheit von den Ärzten untersuchen ließ, stellten sie fest, dass er gesund und unversehrt ist und ihm nichts fehlt. Dann ist er gewiss froh. Man kann nicht sagen, er habe nichts, woraus er Lebenskraft schöpfen kann; vielmehr ist seine Freude groß.

Der erste hingegen kann, obwohl er gesund ist, aus seiner Gesundheit kein Leben schöpfen, weil ihm in Bezug auf seine Gesundheit das Kli des Mangels fehlt. Deshalb gibt ihm diese Füllung keinerlei Lebenskraft.

Es stellt sich die Frage: Ist die Füllung, über die er sich freut, etwas Wirkliches, oder ist sie nur Einbildung?

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026