139. Die Bedeutung von Fuß und Schuh
„Wie schön sind deine Schritte in Sandalen.“1 Ein Schuh befindet sich am Fuß des Menschen. Hier muss man zwischen Füßen und Schuhen unterscheiden. In der materiellen Welt schützen die Schuhe die Füße davor, Schaden zu nehmen. Andernfalls, wenn also die Füße ohne Schuhe über die Erde gehen, können dort manchmal schädliche Dinge liegen, durch die der Mensch zu Schaden kommt.
Im Sinne der spirituellen Arbeit werden die Füße (Raglaim) als Kundschafter (Meraglim) bezeichnet. Sie gehen, um das Land der Heiligkeit (Kedusha) auszukundschaften: Lohnt es sich, Arbeit und Mühe aufzuwenden, um in das Land der Heiligkeit einzutreten? Da die Füße mit den Äußeren in Berührung kommen, also mit äußeren Ansichten, die den Menschen davon abhalten, in die Arbeit für den Schöpfer einzutreten, besteht die Korrektur in „Schuhen“ (Na’alim), abgeleitet von „Schloss“ (Man’ul). Dieses verschließt die Gedanken und Verlangen, die ihm die Kundschafter bringen.
Dieser Schuh heißt Glaube über dem Verstand. Der Mensch sagt: „Sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht.“2 Dann heißt es: „Wie schön sind deine Schritte in Sandalen.“220 Wenn es nämlich keine Füße gibt, kann man nicht sagen, dass jemand Schuhe anzieht. Man braucht beides, Füße und Schuhe; dann heißt es Schönheit.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026