<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek

147. Die Linie der Arbeit

Eine Linie wird Vollkommenheit genannt. Die Allgemeinheit folgt einer Linie, das heißt einem Weg. Jeder hat also einen Anteil an Tora und Mizwot. Und jeder schätzt für sich ein, wie viel Mühe er aufwenden muss, damit er spürt, dass er seine Pflicht bereits erfüllt hat.

Jeder nimmt eine Selbstprüfung (Cheshbon haNefesh) vor: Wenn er erfüllt hat, was er versteht, empfindet er bereits Genugtuung. Er spürt, dass er auf dem Weg des Schöpfers geht und jeden Tag vorankommt.

Anders ist es bei der Rechten Linie: Er muss alles ebenso tun wie diejenigen, die einer Linie folgen. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass diejenigen, die zu einer Linie gehören, keinen weiteren Mangel haben.

Denjenigen hingegen, die der Rechten Linie folgen, fällt es schwer voranzukommen, weil die Linke Linie die rechte annulliert. Die Linke Linie weckt das Verlangen nach Spiritualität und lässt ihn verstehen, dass man in liShma (um des Gebens willen) arbeiten muss, denn das ist die Hauptsache. Daher fällt es ihm schwer, in lo liShma (nicht um des Gebens willen) zu arbeiten. Das heißt, er empfindet keine Genugtuung, die es für ihn lohnenswert machen würde weiterzugehen, denn die Linke Linie weckt das Verlangen und den Mangel an Spiritualität.

Eine Linie weckt in ihm dagegen keinen Mangel. Vielmehr fügt er jedes Mal mehr hinzu, weil er etwas hat, worauf er blicken kann. Die Linke Linie hingegen löscht alles aus.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026