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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 138. Ein naher und ein ferner Weg

138. Ein naher und ein ferner Weg

Anhaftung (Dwekut) heißt Leben und Heiligkeit (Kedusha). Trennung (Pruda), also Empfangen für sich selbst, heißt Tod – Trennung vom Leben allen Lebens. Wer von der Heiligkeit getrennt ist, gilt als unrein.

Die Frage „Warum sollen wir ausgeschlossen sein?“1 bezog sich auf jemanden, der durch einen Toten unrein war. Die Antwort des Schöpfers galt sowohl demjenigen, der durch einen Toten unrein war, als auch demjenigen, der sich auf einem fernen Weg befand.

Der Heiligkeit nahe ist der Weg dessen, der den Weg des Gebens geht. Ein „ferner Weg“ hingegen ist der Weg eines Menschen, der sieht, dass er auf dem Weg des Empfangens geht, der ihn von der Heiligkeit entfernt.

„Durch die Leiche eines Menschen unrein“2 bedeutet: Sie sind zur Erkenntnis des Bösen gelangt und schreien deshalb: „Warum sollen wir ausgeschlossen sein?“ Die Allgemeinheit aber empfindet nicht, dass sie durch die Leiche eines Menschen unrein ist. Vielmehr sind alle ihre Bestrebungen körperlich, und hinsichtlich der Seele empfindet sie keinen Mangel. Daher gilt sie als rein.

Unreinheit und Reinheit richten sich nach dem Empfinden des Menschen. Denn auch wenn ein Mensch krank ist, geht er nicht zum Arzt, um geheilt zu werden, solange er seine Krankheit nicht spürt. Seinem Empfinden nach ist er also gesund, obwohl das nicht der Wahrheit entspricht.

Es hängt davon ab, wem gegenüber es wahr sein muss.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 4. Mose 9:7; zur Antwort über die Unreinheit durch einen Toten und den fernen Weg siehe 4. Mose 9:10–11. ↩

  2. 4. Mose 9:6. ↩