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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 267. Der Mensch wurde in der Tora erschaffen

267. Der Mensch wurde in der Tora erschaffen

„Und mit der Tora wurde der Mensch erschaffen, wie geschrieben steht: ‚Und Gott sprach: Lasst Uns einen Menschen machen.‘ Der Schöpfer sprach zur Tora: ‚Ich möchte einen Menschen erschaffen.‘ Sie sprach zu Ihm: ‚Dieser Mensch wird sündigen und Dich erzürnen. Wenn Du mit ihm nicht geduldig bist, wie soll er dann in der Welt bestehen?‘ Er sprach zu ihr: ‚Ich und du werden ihn in der Welt bestehen lassen, denn nicht umsonst werde Ich langmütig genannt‘.“1

Man muss verstehen, was es bedeutet, dass der Schöpfer will, die Tora solle Ihm helfen, den Menschen bestehen zu lassen. Andernfalls hätte es überhaupt keine Möglichkeit gegeben, dass der Schöpfer ihn erschafft. Diese Notwendigkeit geht so weit, dass die Weisen den Vers „Lasst Uns machen“ im Plural so deuteten: Gemeint ist der Schöpfer gemeinsam mit der Tora.

Bekanntlich besteht das Schöpfungsziel darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Deshalb wurde dem Menschen die Natur eingeprägt, Genuss zu seinem eigenen Vergnügen empfangen zu wollen. Dies wird Böser Trieb (Jezer haRa) genannt, wie in der Einführung in den Sulam-Kommentar erklärt wird und wie geschrieben steht: „Denn der Trieb des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an.“

Er heißt Böser Trieb, weil der Mensch, indem er Genuss empfangen will, vom wahren Genuss entfernt ist, da ihm bekanntlich die Gleichheit der Form fehlt. Doch durch die Tora erhält er eine Korrektur: Durch sie wird es ihm möglich, die wahren Genüsse zu empfangen. So sagten unsere Weisen: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“2

Das Gewürz ist so zu verstehen, wie unsere Weisen sagten: „Hätten sie Mich doch nur verlassen und Meine Tora bewahrt; denn das Licht in ihr führt sie zum Guten zurück.“3 Daraus folgt, dass die Tora eine besondere Kraft besitzt, den Menschen zum Guten zurückzuführen. Gemeint ist das Böse im Menschen, also das Verlangen zu empfangen, damit es um des Gebens willen wirkt.

Auf diese Weise wird er bereits Anhaftung (Dwekut) erlangen, er wird die wahren Genüsse empfangen können und nicht Empfänger genannt werden. Aus dem Gesagten folgt: Durch die Tora kann der Mensch in der Welt bestehen, weil sie ihn zum Guten zurückführt.

Das ist die Bedeutung von „Lasst Uns einen Menschen machen“, was die Weisen so deuteten: „Ich und du werden ihn in der Welt bestehen lassen.“ Vom Schöpfer kommt das Verlangen zu empfangen, von der Tora das Verlangen zu geben. Durch diese beiden kann der Mensch in der Welt bestehen: Er kann alles Gute empfangen und zugleich in Anhaftung bleiben.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sohar, Shemini, Punkt 2. ↩

  2. Baba Batra 16a. ↩

  3. Jerusalemer Talmud, Chagiga, Kapitel 1, Halacha 7. ↩