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364. Wer stärker ist, setzt sich durch – 1

Wajigash 5740 [Dezember 1979]

„Wer stärker ist, setzt sich durch.“ „Wenn deine Frau klein ist, beuge dich zu ihr hinab und flüstere ihr zu.“1

Bei der Arbeit für den Schöpfer auf dem Weg der Wahrheit gilt: Wenn ein Mensch das Joch des Königtums des Himmels über dem Verstand auf sich nimmt, steht ihm kein Verstand zur Verfügung, mit dem er den Nutzen begreifen könnte, die Arbeit um des Gebens willen auf sich zu nehmen. Stattdessen gilt: „Wer stärker ist“ – nur die Kraft kann den Ausschlag geben, nicht der Verstand.

Denn sobald er eine vernünftige Begründung hat, die ihn zu diesem Handeln verpflichtet, gilt dies bereits als „innerhalb des Verstandes“. Daher darf hier kein Verstand entscheiden, sondern allein die Kraft. Daraus leitet sich der Rechtssatz ab: Auch im weltlichen Recht zwischen Mensch und Mitmensch gibt es einen solchen Fall, in dem ein Gericht urteilt: „Wer stärker ist, setzt sich durch.“

Warum aber muss seine Arbeit über dem Verstand sein? So ist die Wirklichkeit beschaffen. Der Mensch wurde mit dem Gefäß des Körpers erschaffen, das „Verlangen zu empfangen“ genannt wird. Der Körper ist daher unfähig, etwas gegen das Verlangen zu empfangen zu tun. Also handelt der Mensch innerhalb des Verstandes, und dies ist ein Zeichen dafür, dass er sich hinsichtlich der Wahrheit selbst täuscht. Deshalb meint er, dass der Verstand ihn zu diesem Handeln verpflichtet.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Baba Metzia 59a. ↩