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400. Der halbe Schekel – 1

Pekudei, Schekalim 5741 [März 1981]

Im heiligen Sohar1 heißt es: „Man soll den halben Schekel geben … Der Stein, mit dem gewogen wird, ist Yud, und Waw steht in der Mitte zwischen den beiden Hej … Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme nicht weniger“ usw.

Man muss verstehen, dass der Weg der spirituellen Arbeit darin besteht, sich auf der Mittleren Linie zu bewegen. Als „reich“ gilt, wer mit seinem Anteil zufrieden ist. Was immer er an Verständnis für die Mizwa hat, genügt ihm. Wenn er sich zum Beispiel in Zizit (Schaufäden) hüllt und den Segensspruch über die Mizwa der Zizit spricht, reicht ihm das. Er empfindet vollkommene Zufriedenheit darüber, dass er die Mizwa erfüllt, als hätte er sie mit allen Einzelheiten und Feinheiten ausgeführt.

Er soll sich sagen, dass er weder eine Ergänzung noch eine besondere Absicht braucht; die Handlung selbst genügt ihm, um zu empfinden, dass er die Mizwa des Königs erfüllt. Er sagt: „Es gibt doch viele Menschen auf der Welt, denen weder das Verlangen noch die Sehnsucht gegeben wurde, die Mizwa auszuführen.“ Ihm dagegen wurden der Gedanke und das Verlangen dazu gegeben.

Deshalb ist er mit seinem Anteil zufrieden: Er hat die Möglichkeit, eine Mizwa des Schöpfers zu erfüllen. Dies wird die Eigenschaft Chafez Chessed (der Güte wünscht) genannt. Er verspürt keinerlei Bedürfnis nach der Absicht der Mizwa und gilt daher als reich. Dies wird das „erste Hej“ genannt, die Eigenschaft von Bina, die Chafez Chessed ist. So wird er zu einer Merkawa (Trägerstruktur) für die Sefira Bina.

Als „arm“ gilt dagegen, wer arm an Verstand ist: Er hat weder eine Absicht in der Mizwa noch Wissen oder Verständnis für den Zusammenhang zwischen den Mizwot und dem Menschen. Auch darin liegt eine große Arbeit: zu empfinden, dass die Absicht, auf die man sich ausrichten muss, dem Geben dienen soll. Er sieht, dass er die Mizwot bereits oft erfüllt hat und dass sie gegeben wurden, um die Geschöpfe zu läutern. Dennoch hat er sich nicht um Haaresbreite bewegt, seit er begonnen hat, sich mit den Mizwot zu beschäftigen.

Dann empfindet er keinerlei Aufstieg auf eine höhere Stufe. Im Gegenteil: Jedes Mal erkennt er, wie weit er von der wahren Absicht entfernt ist.

Darüber steht geschrieben: „Der Reiche soll nicht mehr als die Hälfte geben.“ Das bedeutet: Er soll das Gefühl der Vollkommenheit, das darin liegt, mit seinem Anteil zufrieden zu sein, nicht über die Hälfte hinaus vermehren. Es soll nur die eine Hälfte sein, nicht mehr. In der zweiten Hälfte der Ordnung der Arbeit muss er in der Eigenschaft des Armen sein und sein Empfinden aus der Perspektive seiner Absicht prüfen. Dann macht er sich klein, das heißt, er findet in seiner Arbeit weder Geschmack noch Empfindung.

Doch er soll sich nicht um mehr als die Hälfte klein machen. Die andere Hälfte lässt er für die Arbeit in der Eigenschaft des Reichen, also dafür, mit seinem Anteil zufrieden zu sein. Welchen Anteil an der Arbeit er auch haben mag und selbst wenn die Handlung im Zustand von Katnut (Kleinsein) geschieht, wird er dennoch Vollkommenheit empfinden. Das wird die Mittlere Linie genannt: Er darf weder zur einen noch zur anderen Seite abweichen, sondern muss immer abwägen, damit beide gleich sind. Dann kann man Vollkommenheit erreichen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sohar, Abschnitt Pekudei. ↩