523. Was es bedeutet, in der Arbeit einen Sohn und eine Tochter zu zeugen
„Für einen Menschen, der den heiligen Namen nicht vervollständigen will, das heißt, keinen Sohn und keine Tochter hervorbringen will … wäre es besser, nicht erschaffen worden zu sein.“1
Wir müssen verstehen, was Sohn und Tochter bedeuten und warum es für einen Menschen, der sie nicht hat, besser wäre, nicht erschaffen worden zu sein. Vater und Sohn bezeichnen Ursache und Wirkung. Wenn ein Mensch also das Königtum des Himmels auf sich nimmt, das Glaube genannt wird, muss dieser Glaube in ihm einen Sohn und eine Tochter hervorbringen.
Der Sohn wird Sachar (männlich) genannt. Er entspricht Chassadim (Gnaden), den Gefäßen des Gebens. Deshalb wird Seir Anpin Sachar genannt, denn seine Eigenschaft ist Chassadim. Malchut wiederum wird Tochter, also „weiblich“, genannt, denn sie verwendet die Gefäße des Empfangens, um zu geben. Deshalb wird Malchut die Eigenschaft von Chochma zugeschrieben.
Der Mensch muss daher zur Vollkommenheit von oben gelangen: zu Chassadim, dem Männlichen, und zu Chochma, dem Weiblichen. Der Glaube, den der Mensch empfängt, muss folglich in ihm den Aspekt eines Sohnes hervorbringen, der Licht von Chassadim genannt wird, und ebenso den Aspekt einer Tochter, der Chochma entspricht.
Andernfalls ist der Name nicht vollständig, denn der heilige Name bezeichnet „gut und Gutes tuend“: gut zu mir selbst und Gutes tuend zu anderen. „Zu mir selbst“ kann man als den Guten Trieb deuten und „zu anderen“ als den Bösen Trieb (Jezer haRa). Das bedeutet Chochma und Chassadim.
So lässt sich auch erklären: „Wird er dessen würdig, wird seine Arbeit von anderen verrichtet.“ Wenn der Mensch dessen würdig wird, wird seine Arbeit von anderen verrichtet. Wer sind für den Menschen die „anderen“? Es ist der Böse Trieb. Dann erfüllt sich: „mit deinem ganzen Herzen“ – „mit deinen beiden Trieben“. Somit verrichten auch die „anderen“, also das Böse, die Arbeit des Schöpfers.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Sohar, WaYikra, Blatt 32, Punkt 95. ↩