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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 544. Der Mensch wird als junger Wildesel geboren

544. Der Mensch wird als junger Wildesel geboren

Lag baOmer, 1977, Tiberias

Im heiligen Sohar wird zu dem Vers „Wenn ein Stier oder ein Schaf oder eine Ziege geboren wird“ gefragt: Warum heißt es nicht „Kalb oder Lamm oder Ziegenbock oder Zicklein“, sondern „Stier oder Schaf oder Ziege“? Die Antwort lautet: Was es am Ende hat, hat es schon in dem Augenblick, in dem es geboren wird.

Daraus folgt, dass es beim Menschen anders ist: Was er am Ende besitzt, hat er am Anfang noch nicht, denn „der Mensch wird als junger Wildesel geboren“. Der Grund dafür ist: Ein Tier bezeichnet einen Zustand, in dem es nur für sich selbst sorgt und kein Empfinden für den Nächsten hat. Wenn es mit dem Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) erschaffen wird, verspürt es keinerlei Drang, sein Verhalten zu ändern.

Daher ist das, was ein Tier am Ende besitzt, schon am Anfang in ihm vorhanden. Beim Menschen ist es anders. Obwohl „der Mensch als junger Wildesel geboren wird“, besteht sein Ziel darin, die Stufe „Mensch“ zu erreichen, also ein Empfinden für den Nächsten. Dadurch gelangt er zum Empfinden der Göttlichkeit. Dies wird mit den Worten bezeichnet: „Erkenne den Gott deines Vaters und diene Ihm.“

„Und es soll sieben Tage unter seiner Mutter bleiben.“ Der heilige Sohar erklärt, dies sei nötig, damit sich jene Kraft in ihm festsetzt, die über es eingesetzt wurde, und in ihm Bestand hat. Wodurch erhält sie in ihm Bestand? Wenn ein Schabbat (Sabbat) über ihm ruht … Denn die Geschöpfe haben nur durch das Licht des Schabbat Bestand, im Geheimnis des Verses: „Und Gott vollendete am siebten Tag Sein Werk, das Er gemacht hatte“ usw. Danach heißt es: „Dann wird es als Feueropfer für den Ewigen wohlgefällig sein.“ So erklärt es der Sulam (Leiter-Kommentar).

Dass die sechs Werktage nur durch das Licht des Schabbat Bestand haben, liegt daran, dass der Schabbat als ein Vorgeschmack auf die Kommende Welt (Olam haBa) bezeichnet wird. Die Kommende Welt bezeichnet das Schöpfungsziel (Mattarat haBeria). Solange sich das Ziel nicht über der Arbeit offenbart, die „sechs Werktage“ heißt und als Korrektur der Schöpfung (Tikkun haBeria) gilt, wird die Vollkommenheit der Korrektur nicht sichtbar. Denn sie zeigt sich erst, wenn sich das Ziel über der Korrektur offenbart und der Mensch erkennt, dass das Ziel auf der Korrektur ruht.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026