535. Der Becher für den Kiddush
Im Sohar, Pinchas1, heißt es: „Die fünfte Korrektur ist der Becher des ‚Und sie wurden vollendet‘ (WaYechulu), also der Becher für den Kiddush.“
Der Zahlenwert von „Becher“ (Kos) [כוס] entspricht dem von Elokim [אלהים], also 86. Der Zahlenwert von „Und sie wurden vollendet“ (WaYechulu) [ויכלו] ist 72, also AB [ע״ב]. Die heilige Braut, Malchut, umfasst beide: den Namen Elokim und den Namen AB.
Dieser Becher, also Malchut, ist mit ihrem Wein gefüllt: mit Fülle, dem Leuchten von Chochma der Tora – von Seir Anpin, der Tora genannt wird. Er muss vom Schöpfungswerk2 Zeugnis ablegen, das das Geheimnis von Bina ist. Denn die Fülle des Leuchtens von Chochma heißt „Zeugnis“ (Edut), im Geheimnis von Eden; und Bina ist die Quelle, die es spendet. Darin liegt das Geheimnis der Pflicht, vom Schöpfungswerk Zeugnis abzulegen.
Damit lässt sich erklären, warum man beim „Und sie wurden vollendet“ (WaYechulu) vom Schöpfungswerk Zeugnis ablegen muss. Ein Zeugnis kann doch nur ein Augenzeuge ablegen. Wie kann der Mensch dann als Augenzeuge über das Schöpfungswerk aussagen? Er kann doch nur vom Hörensagen wissen, was damals geschah.
Vielmehr bedeutet das Zeugnis über das Schöpfungswerk, zu bezeugen, dass die Absicht der Schöpfung darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Woher weiß der Mensch das? Wenn er der Stufe des Schabbat würdig wird, legt er als Augenzeuge Zeugnis ab. Denn dann sieht er, dass dies die Absicht der Schöpfung ist, weil er selbst davon gekostet hat.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026