553. Der Unterschied zwischen Verborgenem und Offenbarem
„Offenbar“ nennt man, was ein Freund sehen kann – etwas, das nach außen sichtbar wird. Daher macht es keinen Unterschied, ob ein Mensch Halacha, Agada oder Kabbala lernt; all dies gilt als offenbar. „Verborgen“ hingegen ist gerade das, was sein Freund nicht sehen kann, weil es vor seinen Freunden verborgen ist. Dies lässt sich auf die Absicht beziehen.
Auch die Empfindung dabei ist verborgen: Sein Freund kann nicht wissen, welche Absicht er beim Ausführen einer Mizwa hat. Ebenso wenig kann er wissen, welchen Geschmack er beim Ausführen der Mizwot oder beim Studium der Tora empfindet. Dies wird „verborgen“ genannt.
Darüber heißt es: „Das Verborgene gehört dem Ewigen, unserem Gott, das Offenbare aber uns und unseren Kindern“ und so weiter. Das bedeutet: Uns ist nur das Tun geboten, also das Offenbare. Daher steht geschrieben: „Das Offenbare gehört uns und unseren Kindern, damit wir alle Worte dieser Tora tun.“
„Das Verborgene gehört dem Ewigen, unserem Gott“, denn mit dem Verborgenen ist die Absicht gemeint. Das Hören liegt in der Hand des Schöpfers; nur Er kann es dem Menschen geben, und der Mensch kann es nicht empfangen. In dieser Hinsicht gibt es, wie oben gesagt, keine Wahl.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026