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575. Die Reinheit der Arbeit

„Komm und sieh: Dieser Anah ist ein Mamser (Kind aus einer verbotenen Verbindung), denn Zivon kam zu seiner Mutter und zeugte einen Mamser. Und dieser kam von der Seite des unreinen Geistes, der sich an ihn geheftet hatte.“1

Bekanntlich kommt der Böse Trieb (Jezer haRa) und fragt: „Wer?“ oder „Was?“ Will er auf diese Frage antworten, dann ist er „Anah“ – abgeleitet von „Du sollst gegen deinen Nächsten nicht [falsch] aussagen“. Das heißt, er bezeugt, dass er Ejmim gefunden hat. Ejmim wird von Yomam (tagsüber) abgeleitet und bezeichnet Lichter und Genüsse in der Arbeit.

Damit bezeugt er, dass seine Arbeit vom Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) bestimmt wird, das lo liShma heißt. Denn seine ganze Arbeit beruht darauf, dass er große Genüsse empfängt. Hätte er keine Genüsse, würde er überhaupt nicht arbeiten.

Doch man muss wissen, dass alle Geschöpfe nur zu Seiner Ehre erschaffen wurden. Folglich erfüllt auch der Böse Trieb den Auftrag des Schöpfers. Wenn er mit seinen Fragen kommt, klärt er für den Menschen den Ursprung und die Grundlage seiner Arbeit. Da die Arbeit aus dem Verlangen hervorgeht, werden Gedanke und Verlangen „Vater“ genannt, die Arbeit aber „Nachkomme“.

Er kommt also, um nach dessen Vater zu fragen: Wer veranlasst ihn zu arbeiten? Das bedeutet: „der die Ejmim fand … für Zivon, seinen Vater.“ Er bezeugt damit, dass lo liShma die Ursache seiner Arbeit ist. Dieses wird „Zivon“ genannt, also Heuchelei – und nicht Wahrheit, die liShma heißt.

Doch der Sohar fragt: Wie konnte er bis jetzt in der Arbeit fortfahren, wenn seine Absicht auf einer Lüge beruhte? Hier lag jedoch eine Vermischung vor. Das bedeutet: „Zivon kam zu seiner Mutter.“

„Mutter“ heißt der Punkt im Herzen, der sich nach der Arbeit für den Schöpfer sehnt. Er ist ein Teil der heiligen Shechina (göttliche Gegenwart), die „Mutter der Söhne“ genannt wird. Doch Zivon kam zu ihr: lo liShma, also die Arbeit um des Verlangens zu empfangen willen, das der Körper ist. Zivon lässt ihn verstehen, dass es sich lohnt zu arbeiten, um spirituelle Genüsse zu genießen, durch die man mehr Genuss empfangen kann als durch körperliche Genüsse.

Hier werden zwei unvereinbare Arten vermischt. Deshalb ist der daraus geborene Nachkomme ein Mamser. Denn der Punkt im Herzen muss sich mit dem Verlangen zu geben (Razon lehashpia) verbinden und nicht mit dem Verlangen zu empfangen. Die Ursachen der Arbeit, die „Vater“ und „Mutter“ heißen, sind somit zwei unvereinbare Arten. Daher ist der von ihnen gezeugte Nachkomme ein Mamser.

„Anah“ ist der von seinem Vater Zivon Geborene. Mit seinen Fragen brachte er den Menschen also dazu, einen Nachkommen hervorzubringen, der „Anah“ heißt – das oben erwähnte Zeugnis. Mit anderen Worten: Gerade durch die Frage bringt er ihn dazu, einen Mamser zu zeugen.

Es gilt die Regel, dass ein Mamser keine Nachkommen zeugt. Wie oben erklärt, ist mit den Nachkommen die Arbeit gemeint. Deshalb kann der Mensch die Arbeit nun nicht mehr fortsetzen: Jetzt wurde ihm offenbart, dass seine ganze Arbeit nur lo liShma war, während er zuvor dachte, er arbeite liShma.

Diese Offenbarung hat ihm also einen großen Dienst erwiesen. Nun kann er Augen und Herz darauf richten, seinen Zustand zu korrigieren, damit er wahrer Anhaftung (Dwekut) würdig wird und all seine Gedanken nur darauf ausgerichtet sind, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.

Daher fährt der Sohar fort: „Und dennoch fürchtet sich kein Mensch, der auf den Wegen des Schöpfers geht und Ihn fürchtet, vor ihnen.“ „Die Wege des Schöpfers“ bedeuten, über dem Verstand zu gehen – sowohl in Mocha (Verstand) als auch in Liba (Herz). „Er fürchtet sich nicht vor ihnen“ bedeutet, dass er die Fragen „Wer?“ und „Was?“ nicht fürchtet.

Dazu steht im Sohar: „Rabbi Jizchak sagte: Ebenso sind all diese verödeten Berge der Ort, an dem sie wohnen … Und über alle, die sich mit der Tora befassen, steht geschrieben: ‚Der Ewige wird dich vor allem Bösen bewahren‘“ usw. Turin bedeutet „Berge“. Dinge, die mitten auf dem Weg stehen und einen nicht weitergehen lassen, um das Ziel zu erreichen, heißen „Berge“. Gemeint sind damit Grübeleien (Hirhurim): Fremde Gedanken behindern die Arbeit des Menschen.

Das bedeutet: „Sie stiegen auf den Berg“ – sie gerieten in die oben erwähnten Grübeleien – „und wurden verwüstet“, denn ihre ganze Erlangung ging ihnen verloren. Deshalb heißt es: „Verödete Berge sind der Ort, an dem sie wohnen.“ Sie bringen ihnen also nur Zerstörung. Anders ist es bei denen, die auf dem Weg des Schöpfers gehen: Sie steigen auf den Berg des Schöpfers, wie geschrieben steht: „Wer wird auf den Berg des Ewigen steigen? … Wer reine Hände und ein lauteres Herz hat.“ Gemeint sind Mocha und Liba: Beide müssen auf das Geben und den Glauben über dem Verstand ausgerichtet sein.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sohar, WaYishlach 178. ↩