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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 570. Allgemeine und detaillierte Erlangung

570. Allgemeine und detaillierte Erlangung

Es besteht ein Unterschied zwischen allgemeinem Sehen und allgemeiner Erlangung einerseits und detaillierter Erlangung andererseits. „Allgemeine Erlangung“ bedeutet, dass jemand eine Sache im Allgemeinen erlangt.

Wenn ein Mensch zum Beispiel aus der Ferne eine große Stadt sieht, dort Menschen umhergehen sieht und Umrisse von Häusern erkennt, nennt man dies „allgemeines Sehen“. Das heißt, alle Einzelheiten sind in der Stadt enthalten.

Auch später, wenn er sich der Stadt nähert und sie betritt, sieht er jede Einzelheit für sich: die Schönheit der Stadt, die Form der Häuser, die Gärten und Türme und den Reichtum der Stadt. Es gibt dort viele Fabriken und zahlreiche Geschäfte, gefüllt mit allem Guten und den verschiedensten Waren, die es auf der Welt gibt, viele Banken; er sieht den Charakter der Menschen – gute und schlechte, weise und ungebildete – und die Schönheit der Menschen, der kleinen wie der großen, und so weiter. Dennoch ist seinem allgemeinen Bild nichts hinzugekommen: Aus der Ferne sah er eine Stadt, und auch jetzt sieht er eine Stadt.

Wenn man ihn fragt: „Wo warst du?“, antwortet er: „Ich war in der Stadt.“ Ob aus der Ferne oder aus der Nähe – es ist dieselbe Stadt.

Der Nutzen der Einzelheiten besteht allein darin, dass er jetzt von dem beeindruckt ist, was er in der Stadt gesehen hat; diesen Eindruck hatte er zuvor nicht. Auch außerhalb der Stadt wusste er zwar, dass sie viele Einzelheiten umfasst, doch sie beeindruckten ihn nicht. Als er in der Stadt war, konnte er all diese Einzelheiten genießen, während er die Stadt als Ganzes nicht genießen konnte.

Daraus folgt, dass die detaillierte Erlangung den eigentlichen Genuss und Reiz ausmacht. Die Kenntnis der Einzelheiten verleiht ihm Lebenskraft (Chajut); das Allgemeine kann das nicht.

Das gilt für jeden Zustand, sowohl für einen guten als auch für einen schlechten. Wenn er einen schlechten Zustand im Einzelnen erkennt, wird er von dem schlechten Empfinden berührt und kann den Zustand korrigieren. Denn das Empfinden des Schlechten führt ihn dazu, verborgene Kräfte zu entdecken, sie einzusetzen und gründlich zu überlegen, wie er dem Schlechten entkommen kann.

Dasselbe gilt für einen guten Zustand. Im Allgemeinen weiß er zwar, dass er alles Gute besitzt, doch fehlen ihm das Empfinden und der Eindruck davon, wie sehr er es genießen kann, weil ihm die Einzelheiten all dieser Dinge fehlen. Deshalb kann er dem Schöpfer nicht so viel Lob und Dank darbringen, wie es angemessen wäre.

Da die eigentliche Größe des Menschen von seinen Erlangungen abhängt und er sie nur erlangt, wenn er Lob und Dank entsprechend dem Maß der ihm gegebenen Erlangung darbringt, muss er sich immer bemühen, in die Einzelheiten einzudringen. So kann er von ihnen beeindruckt werden und angemessen Lob und Dank darbringen; dann wird er immer weiter aufsteigen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026