560. Nachkommen
Die Hauptarbeit besteht in dem Grundsatz „Ihr seid Meine Partner“. Ohne diese Partnerschaft könnte der Mensch einer Eintagsfliege gleichen, die morgens geboren wird und abends stirbt. Denn vonseiten des Schöpfers könnte der Mensch an einem einzigen Tag einen Turm voller Güter erhalten. Weshalb braucht er dann siebzig Jahre, und weshalb hat jedes Jahr 355 Tage? Weil gilt: „Ihr seid Meine Partner.“
„Einem Vielfraß bleibt nichts als Reizbarkeit.“ Gemeint ist das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel), das zum Menschen gehört; beim Schöpfer gibt es nichts Derartiges. Der Mensch soll dieses Verlangen in die Heiligkeit (Kedusha) überführen. Deshalb arbeitet er immer wieder damit: Was er gestern tat, tut er heute und auch morgen, bis ihm diese Arbeit zuwider wird und er sich mit der Heiligkeit verbindet.
Darin liegt die Bedeutung von „Dann wird der Unterschied erkennbar zwischen dem, der dem Schöpfer dient, und dem, der Ihm nicht dient“. Beide tun dieselben Dinge, denselben Unsinn; doch der eine bringt all diesen Unsinn in die Heiligkeit.
Darin liegt auch die Bedeutung von „Nichtigkeit der Nichtigkeiten, sagte Kohelet“. Er versammelte all diese Nichtigkeiten in der Heiligkeit. Aus ihnen entstehen große Vereinigungen (Yechudim), denn die Wurzel aller Nichtigkeiten ist der Frosch (Zefardea). Durch die Schläge vermehrten sich die Frösche, wie geschrieben steht: „Sie werden in dein Haus und in deinen Leib kommen.“ Die Wurzel davon ist der Aspekt des Wissens von allem und des Handelns. Dies gilt sowohl im Verstand (Mocha) als auch im Herzen (Liba); denn in der Spiritualität sind Verstand und Herz eins.
Dem Menschen jedoch erscheinen sie als zwei. Darauf bezieht sich die Behauptung der Spötter jener Generation, Sarai sei von Abimelech schwanger geworden. Demnach wäre Isaak der Sohn Abimelechs, also ein Fremder und nicht der Sohn Abrahams, des Vaters des Glaubens. Sein Tun beruht lediglich auf dem Hören, das dem Handeln vorausgeht.
Deshalb formte der Schöpfer Isaaks Gesichtszüge so, dass sie denen Abrahams glichen. „Gesicht“ bezeichnet die Wurzel von Bina. Seine ganze Grundlage ist das Hören, jedoch mit der Absicht zu geben. Die Spötter jener Generation sahen, dass Isaak im Empfangen arbeitete, also im Aspekt des Hörens. Sie konnten jedoch nicht unterscheiden, wer empfängt, um zu geben, und wer für sich selbst empfängt.
So erhob er, wie oben erklärt, alle Nichtigkeiten und allen Unsinn zur Heiligkeit. Darin besteht der Grundsatz „Ihr seid Meine Partner“: Zuerst führte er das Handeln in Vollkommenheit aus.
Dies ist das Geheimnis von „Bei den Alten gibt es keinen Geschmack“: Abraham befand sich nur im Aspekt von „Kostet und seht, dass der Ewige gut ist“. Ebenso heißt es: „Bei den Kindern gibt es keinen Rat.“ Das ist eine Korrektur im Aspekt des Rates, wie geschrieben steht: „Er teilte das Volk in zwei Lager.“ [Jakob] trennte also das Zelt Leas vom Zelt Rachels; folglich besteht noch keine Vollkommenheit.
Isaak dagegen brachte alle Nichtigkeiten in eine Ordnung: die Berechnung des Schlafens, des Bratens und des Essens. All dies erhob er zur Heiligkeit. Darüber sagte er: „Die Hälfte obliegt mir und die Hälfte Dir.“ So wurde er zum Partner am Schöpfungswerk.1
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Maase Bereshit. ↩