562. Chochma und Gebet
„Hanna redete in ihrem Herzen, und Eli hielt sie für betrunken.“ Man muss fragen: Warum nicht für verrückt?
Bekanntlich soll das Gebet (Tefilla) in der Form „und ihre Stimme war nicht zu hören“ sein, das heißt, nicht für sich selbst, sondern um zu geben. Das ist die Bedeutung von „denn vom Ewigen habe ich ihn erbeten“: Ihr ganzes Gebet galt dem Schöpfer und nicht ihr selbst. Chochma von oben nach unten gilt als Zustand der Trunkenheit.
Er dachte: Ihre Absicht richtet sich auf Chochma von oben nach unten. Doch in Wahrheit ging es ihr um ihr Herz, nämlich darum, dass es nicht in Ordnung war. Das bedeutet: Sie sprach darüber, dass ihr Herz nicht in Ordnung war.
Das Wort „Eli“ wird dabei auf „über ihrem Herzen“ bezogen: Chochma breitet sich nicht in das Herz aus; dies heißt Chochma von oben nach unten. Doch Hanna meinte damit: Ihr Herz war nicht in Ordnung. Sie betete also: Warum trifft mich eine so schwere Strafe, dass ihr Herz danach verlangt, Chochma von oben nach unten heranzuziehen? Sie bat den Schöpfer, ihr einen Geist der Reinheit zu senden, damit ihr Herz nach dem Zustand von unten nach oben verlangt.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026