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548. Handeln und Hören

„Sprechen“ bezeichnet die Form des Handelns. „Hören“ bedeutet dagegen den Aspekt von „ich habe gehört“, also: „Es leuchtet mir ein“ – etwas, das vom Herzen angenommen wird. So heißt es: „Gib Deinem Diener ein hörendes Herz.“ Das ist die Bedeutung von „Wir werden tun und wir werden hören“: Das Hören kann sich nicht offenbaren, bevor der Mensch das Handeln offenbart, denn darin liegt die freie Wahl.

Mit anderen Worten: Sobald sich das Hören offenbart, bleibt kein Raum für die freie Wahl. Deshalb ist das Hören verborgen. Wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot allein in der Form des Handelns befassen muss und nicht in der Form des Hörens, ist Anstrengung möglich.

Denn das Herz versteht nicht, ob es sich lohnt, sich mit Tora und Mizwot zu befassen, und all sein Handeln beruht allein auf der Annahme des Jochs. So heißt es im Gebet (Tefilla) vor dem Anlegen der Tefillin (Gebetsriemen), die dem Herzen gegenüberliegen: Durch sie sollen die Begierden und Gedanken unseres Herzens Seinem Dienst unterworfen werden. Denn beim Handeln ist Unterwerfung möglich; beim Hören dagegen gibt es keinen Raum für Unterwerfung.

Das entspricht den Worten unserer Weisen: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Im heiligen Sohar wird erklärt, dass ihm eine heilige Seele gegeben wird; dies gilt als die Form des Hörens.

Daraus folgt, dass das Hören nur deshalb vollständig verborgen ist, damit Raum für die Offenbarung der Kraft der freien Wahl bleibt. Darum heißt es, dass das Hören vom Sprechen abhängt, also vom Handeln. Dies ist die Bedeutung des Verses: „Durch das Wort des Ewigen wurden die Himmel gemacht.“ Wenn der Mensch sich mit dem Wort des Schöpfers befasst, also mit der Tora, muss seine Absicht folglich auf das Handeln gerichtet sein. Das heißt, er soll eines Handelns für den Himmel würdig werden, sodass seine Handlungen um des Himmels willen geschehen.

Auf solchen Handlungen offenbart sich das Hören in der Form des Handelns: In eben den Handlungen, die um des Himmels willen geschehen, offenbart sich das Hören. Deshalb sagt der heilige Sohar, dass das Hören vom Sprechen abhängt.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026