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532. Das Wesentliche der Wahl

Das Wesentliche der Wahl betrifft den Grund, der einen Menschen verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen. Denn alle 613 Mizwot muss der Mensch erfüllen; andernfalls wird er in dieser Welt bestraft. Als der Tempel bestand, waren schließlich die vier vom Gericht verhängten Todesstrafen in Kraft, und zur Erfüllung positiver Mizwot wurde man gezwungen und Ähnliches.

Aber bei dem Grund, der ihn dazu verpflichtet, die Tora und die Mizwot zu erfüllen, kann man von Wahl sprechen, denn von Zwang lässt sich hier nicht reden.

Denn es gibt drei Gründe, wie im heiligen Sohar geschrieben steht: 1) Lohn und Strafe in dieser Welt, 2) Lohn und Strafe in der Kommenden Welt, 3) dem Schöpfer zu geben. Da der Mensch dem Schöpfer nicht geben und den Ausspruch „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig“ nicht erfüllen kann, beschäftigt er sich mit Tora und Mizwot als einem besonderen Mittel. Dadurch soll er ein Verlangen und eine Sehnsucht danach entwickeln, dem Schöpfer zu geben.

Dies bedeutet, dass Spiritualität über Raum und Zeit steht. Wenn man dem Körper sagt, er solle Tora und Mizwot aus einem spirituellen Grund erfüllen, nämlich um dem Schöpfer zu geben, finden diese Worte im Körper keinen Platz. Er versteht sie nicht, denn er fragt: „Was habe ich davon?“

Und wenn man ihn fragt: „Kannst du sie dann morgen oder übermorgen aus dem spirituellen Grund erfüllen?“, antwortet er: „Weder heute noch morgen noch zu irgendeiner anderen Zeit.“ Denn für ihn gibt es keinerlei Raum, in dem er sich mit etwas Spirituellem beschäftigen könnte.

Das bedeutet: Spiritualität steht über dem Raum. Der Mensch muss zum Schöpfer beten, dass Er ihm hilft, dahin zu gelangen, dass er mit dem Verlangen arbeiten kann, um zu geben – obwohl der menschliche Verstand keinen Raum und keinen Zeitpunkt sieht, an dem er jemals geben könnte.

Doch wenn der Mensch erkennt, dass dies der Weg der Wahrheit ist, richtet er seine ganze Arbeit auf diesen einen Punkt: Der Schöpfer möge ihm helfen, die wahre Linie auf sich zu nehmen, die von den Geschöpfen verlangt wird – die Absicht zu geben.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026