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577. Zum Thema des Ziels

Das Ziel der Arbeit des Menschen besteht darin, eine auf das Geben gerichtete Absicht zu erlangen. Denn an den äußeren Handlungen gibt es nichts zu korrigieren: Das vom Schöpfer erschaffene Kli (Gefäß) verändert sich nicht. Jede Veränderung muss vielmehr ausschließlich in der Absicht stattfinden. Da das Schöpfungsziel (Mattarat haBeria) darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, erschuf Er zu diesem Zweck ein Kli, das als Verlangen und Sehnsucht bezeichnet wird, Genuss zu empfangen.

Damit es jedoch nicht zum Brot der Schande (Nahama deKisufa) kommt, sondern zur Angleichung der Form, wurde eine Korrektur vorgenommen, die Zimzum (Einschränkung) heißt: Man empfängt nur mit der Absicht zu geben. Es handelt sich also um dasselbe Kli wie zuvor, nämlich das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel), jedoch mit einer anderen Absicht. Der Mensch empfängt nicht, weil er seinen Mangel füllen will, sondern aufgrund der Mizwa des Schöpfers: Er will Seinen Geschöpfen Gutes tun. Für sich selbst dagegen ist der Mensch bereit, auf die Genüsse zu verzichten.

Daraus folgt, dass die ganze Arbeit ausschließlich der Absicht gilt: Der Mensch soll dahin gelangen, geben zu wollen. Dies heißt innere Arbeit. Sie ist verborgen und nach außen nicht sichtbar, denn sie besteht in der Absicht des Menschen bei der Handlung, die er ausführt.

Um jedoch diese Absicht zu erreichen, die innere Arbeit heißt, ist zunächst äußere Arbeit nötig. Sie besteht in Handlungen und ist mit den Augen wahrnehmbar; die Arbeit eines Menschen ist also nach außen erkennbar. Die Absicht dagegen ist innerlich und verborgen.

Deshalb gibt Er uns die Arbeit in Tora und Mizwot, damit wir durch diese Handlungen zur Absicht gelangen. So sagten unsere Weisen: „Der Schöpfer sagte: ‚Ich habe den Bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.‘“ Das bedeutet: Tora und Mizwot würzen den Bösen Trieb, sodass er Geschmack bekommt. Denn als Böser Trieb wird das Verlangen zu empfangen bezeichnet.

Solange es nur für sich selbst empfangen will, ist es geschmacklos, weil der Zimzum auf ihm liegt, und es bleibt im leeren Raum (Chalal Panui). Durch Tora und Mizwot entwickelt der Mensch dagegen die Absicht zu geben. Dann empfängt er mit diesem Kli, das Verlangen zu empfangen heißt, all das Gute und den Genuss.

Daraus folgt, dass die äußeren Handlungen Mittel sind, durch die der Mensch zum Ziel gelangt – zu einer auf das Geben gerichteten Absicht. Beschäftigt man sich mit dem Äußeren, muss man deshalb wissen, dass es lediglich eine Vorbereitung auf das Innere ist, das eigentliche Ziel.

Wenn der Mensch dann die wahre Absicht besitzt, gelten die Handlungen selbst als innerlich. Das heißt, das innere Licht kleidet sich in die äußeren Handlungen von Tora und Mizwot. Nach dem Verhältnis von Zweig und Wurzel kleidet sich also die höhere Fülle während der Ausübung von Tora und Mizwot ein, wie im Sulam (Leiter-Kommentar) zur Einführung in das Buch Sohar erklärt wird.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026