591. Erneuerte Arbeit
„Vielmehr soll er eine Jungfrau aus seinem Volk nehmen.“ Er fragt: Warum muss er ausschließlich eine Jungfrau nehmen, die ohne Makel ist? Und er antwortet: „Eine Frau ist ein Segensbecher; hat man daraus gekostet, hat man ihn befleckt.“ Dies weist auf Malchut hin, die „Segensbecher“ genannt wird. „Auch der Priester, der das Opfer darbringt, muss ohne Makel sein.“1 Man muss fragen: Was deutet uns dies in der spirituellen Arbeit an?
Der heilige ARI sagt über Malchut, dass sie jeden Tag wieder zur Jungfrau wird. Denn die Wurzel von Malchut ist ein Punkt, und alle neun Sefirot in ihr gelten als Hinzufügung. Deshalb wird sie jeden Tag neu erbaut: Jeden Tag beginnt eine erneuerte Arbeit, in der Malchut bis zu ihrer Gadlut (Erwachsensein) aufgebaut wird.
Doch jeder Tag ist eine neue Stufe: Man erhebt, was gefallen ist, aus BYA nach Azilut, holt es aus dem Ort heraus, an den es in die Klipa [Schale] gefallen ist, und führt es zur Heiligkeit (Kedusha).
Für die spirituelle Arbeit bedeutet dies: Jeden Tag muss der Mensch das Joch des Königtums des Himmels neu auf sich nehmen und darf nicht das nutzen, was er gestern hatte. Das heißt, er hat die Verbindung mit dem Königtum des Himmels wie durch eine Scheidung gelöst und nimmt es nun wieder an – eben dasselbe Königtum des Himmels. Oder es ist zur Witwe geworden – der Mensch ist also in spiritueller Hinsicht gestorben, im Sinne von: „Die Frevler werden noch zu Lebzeiten Tote genannt.“ Oder er hat es entweiht.
Vielmehr muss der Mensch das Königtum des Himmels jeden Tag wie etwas Neues annehmen. Das Königtum des Himmels, das er gestern hatte, verwendet er nicht mehr; vielmehr nimmt er jetzt eine neue Stufe an. Diese Malchut hat er also noch nicht befleckt, weil sie jetzt eine neue Stufe ist.
Alle Lehren, die er heute über die Arbeit für den Schöpfer studiert, muss er mit neuen Auslegungen betrachten, nicht mit denen von gestern; denn die Lehren von gestern hat er bereits befleckt. Jede Lehre muss vielmehr jungfräulich sein.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
-
Sohar, Emor, Blatt 13, Punkt 38. ↩