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593. Besänftige deinen Freund nicht, während er zornig ist

Besänftige deinen Freund nicht, während er zornig ist. Denn sobald jemand in Zorn gerät, verfällt er dem Irrtum und kann nichts verstehen, ohne sich zu irren.

„Der Ewige erhebe Sein Angesicht zu dir.“ Ein anderer Vers sagt: „der das Angesicht nicht erhebt.“ Hier gilt das eine, wenn sie Seinen Willen tun, und das andere, wenn sie Seinen Willen nicht tun. Doch es stellt sich die Frage: Wenn sie Seinen Willen tun, wozu muss Er dann das Angesicht erheben?

Wir müssen erklären, was es bedeutet, „Seinen Willen zu tun“. Bekanntlich besteht der Wille des Schöpfers darin, zu geben. Wenn die Unteren Handlungen des Gebens vollbringen, heißt das, dass sie Seinen Willen tun. Dann besteht Gleichheit der Form. Der Schöpfer kann ihnen daher das „Erheben des Angesichts“ gewähren, das als Offenbarung Seines Angesichts bezeichnet wird. Das bedeutet, dass der Zimzum (Einschränkung) und die Verhüllung, die auf ihnen lagen, von ihnen genommen werden.

Wenn sie dagegen Seinen Willen nicht tun, sich also nicht um das Verlangen zu geben (Razon lehashpia) bemühen, das dem Willen des Schöpfers entspricht, besteht keine Gleichheit der Form. Dann müssen Verborgenheit und Verhüllung herrschen. Das heißt: „der das Angesicht nicht erhebt.“ Stattdessen zeigt sich ihnen Achoraim (die Rückseite), die ihnen nicht leuchtet.

Ebenso ist zu erklären, wem der Schöpfer Hilfe gibt: demjenigen, der Seinen Willen tut. Das Wort „tut“ ist hier im Sinne einer Handlung zu verstehen. Seine Arbeit besteht darin, sich darum zu bemühen, dass sein Wille dem Willen des Schöpfers entspricht; er bemüht sich also, das Verlangen zu geben zu erlangen. Dann erhebt der Schöpfer Sein Angesicht zu ihm und hilft ihm, das Verlangen zu geben zu erreichen und zu erlangen. Das heißt: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“

Wenn ihre Arbeit dagegen nicht darin besteht, den Willen des Schöpfers zu tun, und ihre ganze Arbeit nur im Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) geschieht, heißt es: „der das Angesicht nicht erhebt.“ Das bedeutet, dass sie keine Hilfe von oben empfangen und das Verlangen zu empfangen über sie herrscht. Vielmehr gilt, wie geschrieben steht: „Wer kommt, um sich zu verunreinigen, dem öffnet man“, doch man hilft ihm nicht. Das heißt: „der das Angesicht nicht erhebt“ – Er hilft ihnen nicht.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026