618. Erwachen – 2
Das Männliche (Sachar) wird Chassadim genannt. Das bedeutet: Der Untere empfängt von oben das Verlangen zu geben (Razon lehashpia), das als männlich bezeichnet wird. Der Untere erwacht, will sich dem Schöpfer nähern, kann es aber nicht. Deshalb heißt es: „Wenn eine Frau empfängt“ – gemeint ist der Mensch, der aus Malchut hervorgeht –, dann „gebiert sie einen Knaben“.
Als Mann wird der Schöpfer bezeichnet. Wenn das Erwachen von oben kommt, dann „gebiert sie ein Mädchen“. Das wird weibliches Licht genannt: „Es empfängt und gibt nicht.“ Wenn dem Menschen ein Erwachen gegeben wird, empfängt er es. Sobald man aufhört, ihm zu geben, bleibt er stehen und wartet darauf, dass ihm wieder ein Erwachen gegeben wird. Dann „gebiert sie ein Mädchen“. Aus dieser Arbeit kann also nur ein Licht hervorgehen, das empfängt und nicht gibt.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026