632. Und ich werde immer hoffen
„Und ich werde immer hoffen und all Dein Lob mehren.“1
Es ist so auszulegen: Wenn der Mensch spürt, dass er der Heiligkeit (Kedusha) nahe ist, und gewiss war es der Schöpfer, der ihn nähergebracht hat, muss er den Schöpfer dafür loben, dass Er ihn aus seiner Niedrigkeit herausgeführt und in einen Zustand gebracht hat, in dem er Heiligkeit empfindet. Der Mensch darf sich damit nicht begnügen. Zwar muss er Ihm dafür danken, seinen Zustand würdigen und sich, soweit er kann, vor Augen führen, wie wichtig dieser ist. Doch so hoch er dessen Bedeutung auch einzuschätzen vermag, sie übersteigt dennoch seine Erlangung.
Dennoch sagt er: „Und ich werde immer hoffen“, denn es gibt höhere Stufen, als ich mir vorstellen kann.
Doch wie ist das möglich? Wenn der Mensch sich etwas nur so wichtig vorstellen kann, wie es seine Vorstellungskraft erlaubt, wie kann es dann noch wichtiger sein? Darauf bezieht sich: „Und ich werde immer hoffen.“ Das bedeutet, dass ich mir eine Wirklichkeit werde vorstellen können, die bedeutender ist als das, was ich mir jetzt vorzustellen vermag. Dadurch werde ich „all Dein Lob mehren“.
Daraus folgt: Obwohl ich Dich schon jetzt für das Gegenwärtige lobe, werde ich, wenn ich stets hoffe, ein tieferes Verständnis Deiner Bedeutung zu erlangen, Dein Lob noch weiter mehren können.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Psalm 71:14. ↩