652. Wenn ein Mensch von euch ein Opfer darbringt – 1
Bechukotai
„Wenn ein Mensch von euch ein Opfer darbringt … vom Vieh.“ Das Opfer muss gerade vom Vieh stammen, im Sinne von „man macht sich selbst wie ein Tier“, und nicht vom Menschen. Denn alle Opfer (Korbanot), also die Annäherung an den Schöpfer, beruhen auf dem verborgenen Sinn der tierischen Stufe. Wer sich dagegen aus der menschlichen Stufe heraus annähern will, begeht eine Übertretung. Dies entspricht dem „Hinüberführen seines Sohnes für Molech“, einem Opfer für den Götzendienst.
Die Israeliten hingegen bringen nur Tiere als Opfer dar, keine Menschen. (Ebenso heißt es: „Und Ich werde das Steinerne Herz aus eurem Innern entfernen.“ Das hebräische Wort für „Stein“, Ewen, wird hier von awin – „ich werde verstehen“ – hergeleitet: Der Mensch will also Erkenntnis. Solange dies in seinen Organen wirkt, ist er mangelhaft; vielmehr muss er sich auf der tierischen Stufe befinden.)
Der Mensch muss für sich selbst nicht um irgendeine Ausbreitung des Verstandes beten. Vielmehr muss er in seinem gegenwärtigen Zustand arbeiten, selbst wenn es die kleinste Katnut (Kleinsein) ist, die es in der Wirklichkeit gibt.
Er muss nur darauf achten, dass dies beständig bleibt, ohne dass auch nur das Geringste dazwischenkommt. (Schon die kleinste Durchbohrung der Speiseröhre macht die Schlachtung ungültig; eine Verzögerung erst recht. Der verborgene Sinn der Schlachtung lautet: Bei einem Tora-Gelehrten (Talmid Chacham) zeigen sich die Zeichen der Schlachtung an ihm selbst.) Um die Ausbreitung des Verstandes aber soll er nur für die Allgemeinheit beten.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026