633. Eine Handbreit enthüllen und zwei Handbreit verbergen – 2
„Eine Handbreit enthüllen und zwei Handbreit verbergen.“ Das bedeutet: Zunächst war alles verborgen. Dann kam er, enthüllte eine Handbreit und verbarg anschließend zwei Handbreit. Daher muss man fragen: Wäre es nicht besser gewesen, wenn er überhaupt nichts enthüllt hätte? Hätte er an der Stelle, die er enthüllte, eine Handbreit enthüllt und eine Handbreit verborgen, wäre die Sache im selben Zustand wie zuvor, bevor er die Handbreit enthüllte. Wenn er jedoch eine Handbreit enthüllte und zwei Handbreit verbarg, ist sie nun stärker verborgen als vorher.
Man muss sagen: Solange es zuvor verborgen war, wusste man nicht, dass es verborgen war. Das heißt, hier wird auf etwas Großes hingewiesen. Hätte er also die Handbreit verborgen, die er enthüllt hatte, wäre die Sache ebenso verborgen gewesen wie vor seiner Enthüllung. Was hätte er dann durch das Enthüllen gewonnen? Hätte er dagegen nicht verborgen, was er enthüllt hatte, wäre die Sache in jeder Hinsicht offengelegt gewesen; doch nicht jedem nützt die Enthüllung.
Wenn er daher „eine Handbreit enthüllte und zwei Handbreit verbarg“, erkennt man, dass es hier eine Verhüllung gibt, die zuvor nicht wahrgenommen wurde. Mit anderen Worten: Wäre alles so geblieben wie vor seiner Enthüllung, hätte man nicht gewusst, dass es hier eine Verhüllung gibt. Sobald der Mensch jedoch spürt, dass es hier eine Verhüllung gibt, hat er bereits einen Anhaltspunkt, durch den diese Verhüllung ihn dazu anregt, nach Wegen zu suchen, wie er sie enthüllen kann.
So verhält es sich auch mit dem Grundsatz, dass der Mensch glauben muss, der Schöpfer habe Sich vor den Unteren verborgen. Doch nicht alle glauben an den Schöpfer, sodass sie sagen könnten, Er habe Sich verborgen. Daraus folgt: Wer an die Verhüllung glaubt, glaubt bereits an den Schöpfer.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026