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626. Alles, was der Barmherzige tut, tut Er zum Guten

Sukkot 5724 [Oktober 1963]

„Awid“ (aramäisch: „tun“) ist vom Wort „Awud“ („verloren“) abgeleitet, denn Ajin und Alef können einander ersetzen. Das bedeutet: Wenn ein Mensch in einen Zustand gelangt, in dem er wirklich verloren ist, für sich keine Daseinsberechtigung in der Welt mehr sieht, nichts findet, woran er sich halten kann, alle Mittel und Ratschläge (Ejtin) bereits ausgeschöpft sind und er erkennt, dass nach all seiner Mühe und Anstrengung alles verloren ist, dann muss er sich stärken und sagen: „Alles, was der Barmherzige verloren gehen ließ, ging zum Guten verloren.“

Das bedeutet: Der Schöpfer hat all diese Zustände des Verlorenseins für ihn herbeigeführt, und sie sind zum Guten. Denn gerade dadurch, dass er auf die tiefste Stufe gelangt ist, erhält er die Möglichkeit, aufzusteigen, wie geschrieben steht: „Der Ewige ist erhaben, doch den Niedrigen sieht Er.“ Denn es gibt keine größere Niedrigkeit als den Zustand, in dem ein Mensch sich vollkommen verloren fühlt.

Das ist die Bedeutung von: „Alles, was der Barmherzige verloren gehen ließ, ging zum Guten verloren.“ Danach, wenn er wieder zu arbeiten beginnt, seine Taten korrigiert und eine Umkehr (Teshuwa) aus Liebe vollzieht, sagt er: „Auch dies ist zum Guten.“ Gemeint sind die Zustände, in denen er verloren war; denn es gibt keine größere Verfehlung, als wenn ein Mensch in einen solchen Zustand des Verlorenseins gelangt.

Wenn er aus Liebe umkehrt, erkennt er, dass auch dies zum Guten ist, weil aus diesem Bösen selbst Gutes wird. Daraus folgt, dass zwischen „Alles, was der Barmherzige tut, tut Er zum Guten“ und „Auch dies ist zum Guten“ ein Unterschied besteht.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026