620. Zum Thema Segen
Ekew 5722 [1962], Tiberias
„Und es wird geschehen, wenn ihr auf diese Rechtsvorschriften hört … Und du wirst essen und satt werden und den Ewigen, deinen Gott, segnen usw. Diese Mizwa besteht darin, den Schöpfer für alles zu segnen, was man in dieser Welt isst, trinkt und genießt. Wenn man nicht segnet, gilt man dem Schöpfer gegenüber als Räuber, wie geschrieben steht: ‚Wer seinen Vater und seine Mutter beraubt …‘ Denn die Segnungen, mit denen ein Mensch den Schöpfer segnet, ziehen Leben aus der Quelle des Lebens zum Namen des Schöpfers heran.“1
Man muss fragen:
1) Warum gilt jemand als Räuber, wenn er den Schöpfer nicht segnet?
2) Wie ist die Erklärung des heiligen Sohar zu verstehen: „Denn die Segnungen, mit denen ein Mensch den Schöpfer segnet, ziehen Leben aus der Quelle des Lebens zu Seinem heiligen Namen heran“? Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Heranziehen der Fülle und dem Segen des Menschen?
Der Sinn ist: Das Ziel der Erschaffung der Welt besteht darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Zu diesem Zweck wurden die Unteren erschaffen, die das Verlangen haben, das Gute zu empfangen. Durch diese Ungleichheit der Form trennten sie sich von der Wurzel. Solange eine Trennung besteht, kann der Untere nicht empfangen. Deshalb muss die Trennung korrigiert werden, damit er das Gute von oben empfangen kann.
Wenn der Mensch also den Schöpfer segnet, gibt er dem Schöpfer. Selbst bei den Genüssen, die er empfängt, besteht seine Absicht daher nicht darin, zu empfangen, sondern darin, dafür segnen zu können. Das wird Angleichung der Form genannt. Deshalb gelangt die Fülle zu Seinem Namen usw.
Der Begriff „Name“ weist auf Malchut hin, die als Gesamtheit Israels oder als Versammlung Israels (Knesset Israel) bezeichnet wird und alles umfasst. Deshalb steigt das, was der Einzelne tut, auf und gibt für die gesamte Gemeinschaft den Ausschlag. So sagten unsere Weisen: „Der Mensch soll sich immer so betrachten, als wäre er zur Hälfte schuldig und zur Hälfte verdienstvoll. Hat er eine einzige Mizwa vollbracht, glücklich ist er, denn er hat sich selbst und die ganze Welt zur Seite des Verdienstes hinübergezogen.“2 Der Grund ist, dass jeder Einzelne durch seine Handlung auf die gesamte Gemeinschaft einwirkt.
Wenn der Einzelne daher um des Himmels willen handelt, benötigt er für alles, was er genießt, einen Segen, damit er den Schöpfer segnen kann. Das bedeutet, dass seine Absicht auf das Geben gerichtet ist. Dann wird die Fülle vom Schöpfer zur Versammlung Israels herangezogen, also zur heiligen Shechina (göttlichen Gegenwart). Dies ist die Vereinigung des Schöpfers mit Seiner Shechina.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026