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634. Ehrfurcht vor dem Himmel

„Antigonos von Socho empfing von Shimon dem Gerechten … sondern seid wie Diener, die dem Meister dienen, nicht um Lohn zu empfangen, und die Ehrfurcht (Jira) vor dem Himmel sei auf euch.“1

Man muss fragen: Welcher Zusammenhang besteht zwischen „und die Ehrfurcht vor dem Himmel sei auf euch“ und „nicht um Lohn zu empfangen“?

Wenn ein Mensch nicht arbeitet, um Lohn zu empfangen, stellt sich die Frage: Was verpflichtet ihn zur Arbeit? Denn von Natur aus ist es der Lohn, der zur Arbeit verpflichtet. Wenn er nicht beabsichtigt, Lohn zu empfangen, was verpflichtet ihn dann? Bei einem Diener, der dem Meister dient, ist es verständlich: Er hat keine Wahl, weil sein Meister über ihn verfügt. Doch hier, bei der Arbeit für den Schöpfer, hängt alles von der freien Wahl ab.

Darauf lautet die Antwort: „Die Ehrfurcht vor dem Himmel sei auf euch.“ Der Grund, der den Menschen zur Arbeit verpflichtet, soll also allein die Ehrfurcht vor dem Himmel sein. Und die freie Wahl gilt für die Ehrfurcht vor dem Himmel. Daher heißt es: „Alles liegt in den Händen des Himmels, außer der Ehrfurcht vor dem Himmel.“ Sie ist dem Menschen gegeben, damit er seine Ehrfurcht vor dem Himmel selbst wählt; und jeder hat darin sein eigenes Maß.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sprüche der Väter 1:3. ↩