<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 629. Wer einen Tora-Gelehrten verachtet

629. Wer einen Tora-Gelehrten verachtet

„Wer einen Tora-Gelehrten (Talmid Chacham) verachtet, für dessen Wunde gibt es keine Heilung.“1 Daraus folgt, dass nur jemand, der eine Wunde hat, keine Heilung erlangen kann; wer aber keine Wunde hat, braucht sich nicht zu fürchten.

Man muss sagen: Mit „seiner Wunde“ ist gemeint, dass jeder Mensch, der noch keine Umkehr (Teshuwa) vollzogen hat, ein verwundeter Mensch ist. Die Heilung seiner Wunde besteht darin, dass er zur Umkehr gelangt. Da jeder Mensch sowohl den Anteil der Ungebildeten als auch den Aspekt eines Tora-Gelehrten in sich trägt, der „Punkt im Herzen“ genannt wird, gilt: Wenn er den Tora-Gelehrten in seinem Inneren verachtet, wird er niemals zur Umkehr gelangen können. Er bleibt in seinem niedrigen Zustand, und es gibt keine größere Wunde als diese.

Nur wenn er dagegen den Tora-Gelehrten in seinem Inneren achtet, sich darum sorgt, ihm Freude zu bereiten, und jeden Tag darauf achtet, womit er ihm Freude bereiten kann, also welche Nahrung er dem Tora-Gelehrten gibt – nämlich Tora und Gebet (Tefilla) –, darf er hoffen, dass seine Wunde geheilt wird, das heißt, dass er zur Umkehr gelangt.

Von meinem Herrn, Vater und Lehrer hörte ich: Wer einen Tora-Gelehrten, also seinen Lehrer, verachtet und nicht fähig ist, seinen Lehrer so zu ehren, wie es ihm gebührt, für den gibt es keine Heilung. Denn in dem Maß, in dem der Schüler die Größe seines Lehrers in seinem Herzen einschätzt, kann sein Lehrer ihm Gutes tun und ihn unter die Flügel der Shechina (göttlichen Gegenwart) bringen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Schabbat 119b. ↩