631. Kedusha [Heiligkeit] und Tahara [Reinheit]
„Und die Tora wird Heiligkeit (Kedusha) genannt, denn es steht geschrieben: ‚Denn heilig bin Ich, der Ewige.‘ Und dies ist die Tora, die der obere heilige Name ist. Deshalb wird derjenige, der sich mit ihr beschäftigt, gereinigt und danach geheiligt, wie geschrieben steht: ‚Heilig sollt ihr sein.‘ Es heißt nicht: ‚Ihr wart heilig‘, sondern: ‚Ihr sollt sein‘ – ihr sollt es ganz gewiss sein.“1
Daraus folgt, dass die Tora reinigt. Die Frage ist: Welche Eigenschaft der Tora reinigt und führt den Menschen dadurch gewiss zur Heiligkeit? Er sagt, dass die Tora der obere heilige Name ist. Das heißt: Wenn wir die Tora betrachten, sehen wir zwar, dass sie von körperlichen Dingen spricht. Dennoch müssen wir glauben, dass alles heilige Namen sind. Durch deren besondere Kraft reinigen wir uns daher und werden der Heiligkeit würdig.
Doch wir müssen verstehen, was Heiligkeit und was Reinheit ist. Einfach gesagt ist es wie im Körperlichen: Wenn man ein reines Kli (Gefäß) hat, kann man etwas Speise hineingeben. Ist das Gefäß dagegen schmutzig, kann man nichts hineingeben.
Daraus folgt, dass Reinheit dem Kli zugeschrieben wird und die Füllung dem Licht. Denn Schmutz betrifft das Kli, das „Verlangen zu empfangen“ (Razon lekabel) genannt wird. Das bedeutet, dass das Kli schmutzig ist und nicht gefüllt werden kann, weil alles, was man hineingibt, schmutzig wird. Mit anderen Worten: Das Verlangen zu empfangen gilt als dick und grob und macht alles schmutzig.
Die Reinheit des Kli bedeutet, dass man es korrigiert hat, um zu geben. Dann stellt sich die Heiligkeit von selbst ein. Bekanntlich geschieht vom Ausströmenden her keine Veränderung; Er will geben. Doch wegen des Unterschieds der Form gilt das Kli als schmutzig und kann nicht gefüllt werden.
Wenn der Mensch daher zur vollen Reinheit gelangt – und dies geschieht dank der Tora, die aus den Namen des oberen heiligen Namens besteht –, wird er der Reinheit der Kelim und anschließend der Heiligkeit würdig. Heiligkeit bedeutet, dass er die heiligen Namen entsprechend dem Maß seiner Reinheit erlangt.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Sohar, Kedoshim, Blatt 5, Punkt 13. ↩