23. Siehe, ich lege euch vor
„Siehe, ich lege euch vor.“1 Die Aussage beginnt im Singular und endet im Plural. Ebenso ist zu klären, was „Siehe“ als Ausdruck des Sehens bedeutet.
Der Singular besagt, dass jeder Einzelne zur Stufe des Sehens gelangen muss, wie es heißt: „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben.“2 Auch dies steht im Singular und richtet sich an ganz Israel: Jeder Einzelne in der Gemeinschaft muss zu der Stufe gelangen, auf der es „der Ewige, dein Gott“ heißt – im Singular. Das bedeutet, sich nicht auf den anderen zu verlassen. Vielmehr muss jeder selbst das Fundament sein, auf dem sein gesamter Dienst aufgebaut ist.
Ebenso muss der Mensch zur Stufe des Sehens gelangen. Unsere Weisen sagten: Wenn ein Mensch „Und so wurden vollendet“ sagt, legt er Zeugnis über das Schöpfungswerk ab.3 Dazu ist zu klären:
1) Für wen muss er dieses Zeugnis ablegen?
2) Ein Zeugnis beruht doch nur auf Sehen, nicht auf Hören. Was sieht er also hier, wenn er sagt: „Und so wurden vollendet“?4
Das Zeugnis, das der Mensch ablegen muss, besteht darin, dass es wahr ist: Das Schöpfungswerk, das der Schöpfer erschuf, geschah zu dem Zweck, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Dieses Zeugnis ist jedoch nur möglich, wenn sie zur Stufe des Sehens gelangt sind, also zum Licht von Chochma. Wenn sich dieses offenbart, legt der Mensch Zeugnis über das Schöpfungswerk ab: Es dient dazu, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.
Dies ist die Stufe des Schabbat (Sabbat), die Vollendung des Werkes: Das Ziel, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, ist bereits offenbart. Dies wird „Er ruhte von all Seinem Werk“5 genannt, denn das Ziel ist bereits offenbart.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026