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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 5. Die Bedeutung der Sünden, die zu Verdiensten werden

5. Die Bedeutung der Sünden, die zu Verdiensten werden

Die Bedeutung dessen, dass vorsätzliche Sünden wie Verdienste werden, kann man so verstehen: Wenn bei einem Menschen eine Frage aufkommt, ist dies gewiss eine große Verfehlung, denn diese Frage kann ihn in die Klipa (Schale) fallen lassen; dies wird so bezeichnet, dass er „das Frühere bereut“.

Wenn er Umkehr (Teshuwa) aus Ehrfurcht (Jira) tut, sich also stärkt und sich von diesem Gedanken nicht beeindrucken lässt, dann „werden sie ihm wie Versehen“. Es bleibt demnach keine Sünde, sondern nur ein Versehen. Anders gesagt: Es wäre besser gewesen, wenn ihm überhaupt kein fremder Gedanke gekommen wäre. Da er nun aber bereits gekommen ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich in der Annahme des Jochs des Königtums des Himmels zu stärken.

Es gibt jedoch auch Umkehr aus Liebe: Dass er nun das Joch des Glaubens erneut annimmt, geschieht aus Liebe, denn er nimmt diese Arbeit aus Liebe an. Er freut sich also darüber, dass der Schöpfer ihm gerade diesen fremden Gedanken geschickt hat, durch den er diese Mizwa erfüllen kann.

Dies gleicht einer Flamme, die mit einem Docht verbunden ist. Der fremde Gedanke ist der Docht, der einen Makel in seine Arbeit bringen will.

Der fremde Gedanke macht ihm also klar, dass er vom Standpunkt der Vernunft und des Verstandes aus nichts in der Arbeit für den Schöpfer zu suchen hat. Wenn er diesen fremden Gedanken jedoch annimmt und sagt, dass er keinerlei Ausrede vorbringen will und dass alles, was der Verstand sagt, richtig ist – nur dass er auf dem Weg des Glaubens über dem Verstand geht –, dann ist die Flamme des Glaubens mit dem Docht des fremden Gedankens verbunden. Daraus folgt, dass er gerade jetzt die Mizwa des Glaubens in rechter Weise erfüllen kann. So werden die Fragen für ihn zu Verdiensten, denn andernfalls hätte er keine Verdienste aus dem Glauben empfangen können.

Dies ist die Bedeutung von „sich an den Leiden freuen“. Obwohl er unter dem fremden Gedanken leidet, der ihn quält und ihn dazu bringt, abfällig, verleumderisch und böse über die Arbeit für den Schöpfer zu sprechen, freut er sich darüber. Denn gerade jetzt, in einem solchen Zustand, kann er den Glauben über dem Verstand verwirklichen. Dies wird „Freude an der Mizwa“ genannt.

„Es ist verboten, die Hände ohne Gebet (Tefilla) und Bitte zu erheben.“ Ebenso muss man verstehen, was mit „wer Sünden enthüllt“ gemeint ist. Bei der Klärung von Mocha (Verstand) muss man zuerst prüfen, ob man für den Kampf bereit ist, ob also die Waffen schon bereitliegen, damit man den Kampf gewinnen kann. Ist man nicht dazu bereit, darf keine Klärung vorgenommen werden, durch die die Sünde enthüllt wird.

Das heißt: Es würde sich zeigen, dass er nicht bereit ist, Mocha auf sich zu nehmen. Vielmehr muss er sich vorbereiten: Wenn der Körper Mocha nicht annehmen will, muss er sofort beten, damit der Schöpfer ihm hilft, das Joch des Königtums des Himmels anzunehmen.

Dies ist die Bedeutung von „Es ist verboten, die Hände zu erheben“. „Hände“ bedeuten Erlangung und Empfang. „Die Hände erheben“ bedeutet, dass er sich davon zurückzieht, ein Empfangender zu sein – sowohl im Verstand als auch im Herzen –, ohne zu beten. Denn dadurch könnte die Sitra Achra Halt finden. Sobald er aber sieht, dass er diesen Weg nicht gehen kann, muss er beten.

Das heißt: Wenn er sich nicht durch Anstrengung überwinden kann, muss er sich durch das Gebet überwinden. Ist er jedoch nicht zum Gebet bereit, darf er diese Klärung nicht vornehmen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026