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12. Die ganze Welt erhält ihre Nahrung dank meines Sohnes Chanina – 1

„Die ganze Welt erhält ihre Nahrung dank meines Sohnes Chanina; meinem Sohn Chanina aber genügt eine geringe Menge Johannisbrot (Charuvin)1 von einem Vorabend des Schabbat bis zum nächsten.“2

Im Sinne der spirituellen Arbeit lässt sich das so erklären: Wer auf den Wegen des Schöpfers geht, befindet sich während der Arbeit in der Zeit, die „Werktage“ heißt. Darüber heißt es: „Wer sich am Vorabend des Schabbat nicht abgemüht hat …“3 Ihm genügt es – das heißt, wenn er nur den Geschmack von Johannisbrot wahrnimmt, reicht ihm das aus, und er stellt seine Arbeit ein. Zugleich will er sich gerade dann abmühen, wenn er keinerlei Geschmack an seiner Arbeit findet, sondern nur den von Johannisbrot.

Bekanntlich gilt: „Wenn du dich abgemüht und nicht gefunden hast, glaube es nicht.“ Daher will er, dass durch seine Arbeit und Mühe Fülle und Segen für die ganze Welt herabgezogen werden. Das heißt: Sämtliche Lebenskraft (Chajut) und alle Erlangungen des Lichts der Tora sollen die ganze Welt erreichen.

Darum steht geschrieben: „Die ganze Welt erhält ihre Nahrung dank meines Sohnes Chanina.“7 Warum handelt er so? Weil er die Anziehungskraft der Heiligkeit (Kedusha) besitzt. Daher heißt er Chanina, abgeleitet von Chen (Anmut). Dann erreicht er die Stufe des Schabbat. Deshalb: „Wer sich am Vorabend des Schabbat nicht abgemüht hat – was wird er am Schabbat essen?“4

Daher kann man nicht einwenden: Wenn Chanina das Licht der Tora für die ganze Welt herabgezogen hat, warum erlangen dann nicht alle das Licht des Genusses, während nur Chanina die Stufe des Schabbat erreicht hat?

Der einzige Grund ist, dass sie keine Gefäße haben, um zu empfangen. Denn die Mühe ist das Geheimnis der Korrektur: Sie bildet die Gefäße, in welche die Lichter einströmen. Darüber sagten die Weisen: „Wer sich am Vorabend des Schabbat nicht abgemüht hat – was wird er am Schabbat essen?“ Obwohl Chanina die Stufe des Schabbat-Lichts für die ganze Welt herabgezogen hat, haben sie keine Gefäße, um es zu empfangen. Wer selbst für den Schöpfer arbeitet, muss jedoch den Weg gehen, nichts zu empfangen. Das wird als „Johannisbrot“ bezeichnet.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Hebr. קב (Kab): antikes Hohlmaß, je nach Berechnung ungefähr 1,2–1,4 Liter; im Fließtext verständlich als „eine geringe Menge“ wiedergegeben. חרובין (Charuvin) bezeichnet Johannisbrot. ↩

  2. Taanit 24b. ↩

  3. Awoda Sara 3a. ↩

  4. Awoda Sara 3a. ↩