1. Azilut ist persönliche Vorsehung
Im Talmud Esser haSefirot (TES), Blatt 112, steht, dass in der Welt Azilut das Licht an sich ist. Mir scheint, damit ist der Gegensatz zu dem Licht gemeint, das in der Welt Brija leuchtet: Es wird „hervorgebrachtes Licht“ genannt und nicht „Licht an sich“, wie dort geschrieben steht.
Man kann erklären, dass Azilut als persönliche Vorsehung (Hashgacha Pratit) gilt. Dort heißt es: „Er allein vollbringt alle Taten und wird sie vollbringen.“ Daher ist das Licht, das dort leuchtet, Licht an sich, ohne jede Beteiligung des Unteren. Anders ist es in den getrennten BYA (Brija, Yezira, Assija), wo Gut und Böse geklärt werden; dies gilt als Lohn und Strafe.
Daher leuchtet das Licht durch die Beteiligung des Schöpfers und des Geschöpfs; dies gilt als Partnerschaft. Deshalb heißt es „hervorgebrachtes Licht“, das heißt, es entsteht aus zwei Ursachen. Anders ist es in der Welt Azilut, wo es keinerlei Partnerschaft gibt. Der Untere trägt also nichts bei; dies wird bezeichnet als: „Böses wird nicht bei Dir wohnen.“ Dort gibt es keinerlei Klärungen, und deshalb wird dies persönliche Vorsehung genannt.
Das ist die Bedeutung dessen, was dort geschrieben steht: Der Massach bildet eine Parssa zwischen Azilut und Brija. Das heißt, BYA befindet sich unterhalb des Massach. In Azilut hingegen gibt es überhaupt keinen Massach.
Gleichzeitig wird an mehreren Stellen erklärt, dass es auch in Azilut Massachim gibt: einen Massach der Entfernung in Bina, außerdem ein Fenster und eine enge Öffnung. Die Antwort lautet, dass dies nur im Verhältnis zu BYA gilt; im Verhältnis zu Azilut gibt es keinerlei Unterscheidung.
Die Erklärung ist wie oben: Die Seelen, die sich in BYA befinden – dem Zustand von Lohn und Strafe –, empfinden, dass es Massachim gibt. Wenn BYA hingegen zu Azilut aufsteigt und sie persönliche Vorsehung erlangen, sehen sie, dass alles eine Einheit ist und dass es dort überhaupt keine Massachim gibt.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026