789. Von hier an aufwärts gilt es nicht als Kli (Gefäß)
Das Wesen des Kli ist Awiut (Grobheit), also das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel). Auf ihr ruht die Kraft des Gerichts, denn mit dieser Absicht darf man nicht empfangen. Für sie gibt es eine Korrektur, die Massach (Schirm) genannt wird. Es gilt die Regel, dass Awiut nur von ihrem eigenen Ort an abwärts wirkt, nicht aber oberhalb davon. Man muss fragen: Warum ist die Awiut nur in Malchut erkennbar und nicht darüber?
Bekanntlich hat eine Sache keine fassbare Wirklichkeit, bevor das Verlangen erwacht. Denn von einer Wirklichkeit kann man erst dort sprechen, wo im Unteren eine Empfindung beginnt. Bis dahin gilt, dass der Höhere wirkt, während der Untere dessen Wirken nicht empfindet. Erst wenn es in die Empfindung des Unteren gelangt, erkennt er, dass es eine Ursache gibt, die bewirkt hat, dass er die Sache empfindet.
Es ist wie bei jemandem, der seinem Freund ein Geschenk schickt. Das Geschenk durchläuft mehrere Zwischenstationen, bis es den Empfänger erreicht. Der Empfänger weiß jedoch nichts von all diesen Stationen, die es durchlief, bevor er das Geschenk erhielt.
Doch wenn er es erhält, versteht er, dass das Geschenk, bevor es in seine Hände gelangte, über mehrere Boten weitergereicht wurde, da er es aus dem Ausland erhalten hat.
Daher kann er am vergangenen Zustand weder etwas wegnehmen noch etwas hinzufügen. Wirken kann er nur von nun an. Dies gilt als „von ihm an abwärts“: Erst ab dem Empfang des Geschenks kann er Veränderungen vornehmen. Das wird so betrachtet, dass von Malchut de Rosh an aufwärts kein Gericht herrscht.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026