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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 777. Gebet über das Exil der Shechina

777. Gebet über das Exil der Shechina

Was ist die Bedeutung des Gebets, das man über das Exil der Shechina beten muss?

Die Erklärung: Die Sitra Achra (die andere Seite), also die Eigenschaft des Wissens und Empfangens, herrscht über die heilige Shechina (göttliche Gegenwart), die als Eigenschaft des Gebens und des Glaubens gilt. Der Schöpfer erschuf die Welt, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Die Unteren können diese Wohltat jedoch nur in Gefäßen des Gebens empfangen, die als ewige Gefäße gelten, denn das obere Licht, das ewig ist, kann sich nicht in zeitweilige Gefäße kleiden.

Die Unteren stehen unter der Herrschaft der Sitra Achra und wollen gerade empfangen und wissen. Dadurch verursachen sie eine Trennung in der oberen Vereinigung. Dies gilt als eine Vorhaut (Orla) über Malchut: Sie trennt Seir Anpin von Malchut, deren Verbindung als die Vereinigung des Schöpfers mit Seiner Shechina gilt.

Daraus folgt, dass die Shechina leidet, weil sie sich wegen dieser Vorhaut nicht mit dem Schöpfer vereinigen kann. Die Unteren halten an ihr fest und lassen nicht zu, dass die Vorhaut sich von Malchut trennt. Deshalb muss man darum beten, dass der Schöpfer ein Leuchten von oben sendet, damit die Unteren diese Vorhaut annullieren und von Malchut entfernen wollen. Dies gilt sowohl im Allgemeinen als auch im Einzelnen.

Vielleicht liegt darin der Grund, weshalb die Erschaffung der Unteren notwendig ist. In der Einleitung zu Panim Masbirot steht, dass es aus der Sicht der Welten zwei Zustände gibt: den Zustand der ersten neun, die als Gefäße des Gebens gelten, und Malchut, die als Gefäß des Empfangens gilt und von der sich die Klipot (Schalen) nähren. Im Spirituellen vermischt sich das eine nicht mit dem anderen.

Daher gilt beim Menschen der Aspekt der Zeit: Bis zum Alter von dreizehn Jahren steht er unter der Herrschaft der Klipot. Von seinem dreizehnten Lebensjahr an beginnt er, die Eigenschaft der ersten neun zu erlangen. Da er zugleich Malchut des Empfangens in sich einschließt, kann er sie so korrigieren, dass sie zum Empfangen wird, um zu geben. Dann erfüllt sich: „Die Finsternis wird leuchten wie das Licht.“ Mit anderen Worten: Malchut wird als Eigenschaft des Empfangens und Wissens bezeichnet.

Dann wandelt er seine Gefäße um. Wäre er dagegen nur aus den ersten neun zusammengesetzt, könnte er nichts korrigieren.

Deshalb sind die Handlungen der Unteren notwendig. Dies ist die Bedeutung der Aussage: „Der Schöpfer begehrt das Gebet (Tefilla) der Gerechten.“ Gemeint ist ein Mensch, der betet, weil er ein Gerechter sein will: Er bittet den Schöpfer, ihm zu helfen, die Eigenschaft von Malchut in die Eigenschaft der ersten neun umzuwandeln.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026