760. Der Stoff der Seele
Über die Seele heißt es, sie sei „ein Teil des Göttlichen von oben“, und die Kabbalisten vergleichen sie mit einem Stein, der aus einem Berg gehauen wurde. Da stellt sich die Frage: Wie kann man sagen, sie bestehe aus demselben Stoff wie der Berg, also aus Seinem Wesen?
Man muss erklären, dass sie damit meinen: Sie gilt als Existierendes aus Existierendem (Jesh mi Jesh). Deshalb vergleichen sie sie mit einem Stein aus einem Berg. Der Unterschied besteht darin, dass der abgetrennte Teil, der „Seele“ genannt wird, das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) ist. Dieser Teil heißt Schöpfung, also Existierendes aus Nichts (Jesh mi Ajn).
Das Licht in ihr hingegen gilt als Existierendes aus Existierendem. Doch zweifellos hat dieses Existierende, das in der Seele empfangen wird, bereits eine eigene Form, und es gibt Unterschiede zwischen einer Seele und einer anderen. All dies entsteht durch das Verlangen zu empfangen. Jede Veränderung richtet sich nach dem Verlangen zu empfangen und nach den Korrekturen des Verlangens zu geben (Razon lehashpia). Die Füllung der Seele aber, also das Licht und die Lebenskraft (Chajut), welche die Seele erlangt, wird Existierendes aus Existierendem genannt.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026