753. Zum Bösen Trieb (Jezer haRa)
In den Büchern wird angeführt, dass sogar der Böse Trieb selbst damit zufrieden ist, dass man ihn besiegt. Im heiligen Sohar wird dazu ein Gleichnis vom Sohn eines Königs usw. angeführt.
Es ist folgendermaßen zu erklären: Bekanntlich wird der Böse Trieb als „Verlangen zu empfangen“ (Razon lekabel) bezeichnet. Auf diesem Verlangen zu empfangen lag ein Zimzum (Einschränkung), das heißt: Es empfängt nichts, weil ihm nichts gegeben wird. Wenn der Mensch dagegen den Bösen Trieb besiegt, indem er in der Absicht zu geben arbeitet, empfängt er alles Gute und allen Genuss. Somit ist der Böse Trieb selbst damit zufrieden, dass der Mensch sich ihm nicht unterworfen hat.
Darin liegt die Bedeutung von: „Wer der Ehre nachjagt, vor dem flieht die Ehre.“ Wenn er also vor dem Empfang des Genusses flieht, jagt ihm der Genuss nach, und er empfängt ihn vollkommen. Jagt er dagegen dem Genuss nach, flieht der Genuss vor ihm – wegen des Zimzum, der auf dem Aspekt des Empfangens lag. Deshalb heißt es von den Gerechten: „Doppelter Lohn ist ihr Lohn“, über die Frevler (Rashaim) hingegen: „Doppeltes Zerbrechen (Shwira) ist ihr Zerbrechen.“
Das ist auch die Bedeutung dessen, was über die Frevler gesagt wird: Sie sind „kurz an Tagen und voller Unruhe“. Selbst wenn sie den Aspekt des „Tages“ erlangen, weicht er sofort von ihnen; darum sind sie darüber ungehalten. Die Gerechten dagegen werden langer Tage gewürdigt: Das Leuchten, das sie erlangt haben, weicht nicht von ihnen.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026